Sind es nicht vielmehr die Erzieher, die Kinder “wie kleine Erwachsene behandeln”?

Johanna, 30.04.2009

“Es gehört zu den Wendepunkten in der Analyse, wenn narzißtisch gestörte Patienten zu der emotionalen Einsicht kommen, daß all die Liebe, die sie sich mit so viel Anstrengungen und Selbstaufgabe erobert haben, gar nicht dem galt, der sie in Wirklichkeit waren; daß die Bewunderung für ihre Schönheit und Leistungen der Schönheit und den Leistungen galt und nicht eigentlich dem Kind, wie es war. Hinter der Leistung erwacht in der Analyse das kleine einsame Kind und fragt sich: “Wie wäre es, wenn ich böse, häßlich, zornig, eifersüchtig, faul, schmutzig, stinkend vor euch gestanden wäre? Wo wäre dann eure Liebe gewesen? Und all das war ich doch auch. Will das heißen, daß eigentlich nicht ich geliebt wurde, sondern das, was ich vorgab zu sein? Das anständige, zuverlässige, einfühlsame, verständnisvolle, das bequeme Kind, das im Grunde gar nicht Kind war? Was ist mit meiner Kindheit geschehen? Bin ich nicht um sie betrogen worden? Ich kann ja nie mehr zurück. Ich werde es nie nachholen können. Von Anfang an war ich ein kleiner Erwachsener. Meine Fähigkeiten – wurden sie einfach mißbraucht?”

Alice Miller; Das Drama des begabten Kindes; Seite 32-33; Suhrkamp Verlag 1979, Auflage von 1982

Jetzt neu! Die Anziehen-per-Elektroschock-Methode

Johanna, 27.04.2009

Ach soooooooooo!!!!! DESHALB soll man den Menschen schon im Kindesalter beibringen, sich anzuziehen, und wenn nötig, dann halt zwingen. Sonst könnten sie die “natürlichen Konsequenzen” im Erwachsenenalter erleben, die so ein “gestörtes” Verhalten, wie etwa sich auszuziehen, wo es keinen stört, hervorrufen kann:


Naked Wizard Tased By Reality from Tracy Anderson on Vimeo.

(via De:Bug)

Mich machen solche Berichte zunehmend rasend. Was erlauben die sich eigentlich? Elektroschocks als angemessene Reaktion auf einen erwachsenen Mann, der es vorzieht, nackt zu sein. Hallo?? Vor den Elektroschocks haben sie versucht, ihn halt selber anzuziehen – ich kann nur den Kopf schütteln… Ich begreif’s einfach nicht. Ich fühle mich selbst bedroht, ich habe Angst, dass irgendein willkürlich ausgewähltes Verhalten meinerseits irgendwann halt Mal dazu führen könnte, dass sich irgendwelche in blau oder grün oder welcher Farbe auch immer uniformierten Menschen, das Recht heraus nehmen, mich so zu behandeln. Ich bin sicher, die haben irgendwelche “policies”, also Regelungen, wie sie sich in bestimmten Fällen zu verhalten haben, was wann eine Gefahr bedeutet für z.B. eine Menschenmenge. Solche Regelungen sollen dafür da sein, dass eben nicht sämtliche Auffälligkeiten dazu führen können, dass diese uniformierten Menschen ihre “Macht” ausnutzen.

Nur bringen diese Regelungen eben einfach nichts, wenn die Individuen sich halt dann einfach nicht daran halten. Ich stelle mir vor, dass die Polizisten davon ausgehen, aufgrund ihrer (“höheren”) Stellung würden die Leute einfach auf ihre Befehle hören. Wahrscheinlich passiert das eben auch ganz oft. Und wenn nicht, dann können sie einfach nicht damit umgehen, sind selbst hilflos und woran denken sie als erstes: Einfach härter durchgreifen. Sie haben ja keine anderen Mittel, was sollen sie auch tun. Sie haben ja quasi schon angefangen mit Gewalt, sie können jetzt keinen Rückzieher machen, dann würden sie ihre Macht aufgeben. Brrrr!

Ähnliches passierte uns Anfang des Jahres, als wir vom Supermarkt kamen und aufgrund mangelnder Parkplätze “kurz” in zweiter Reihe geparkt hatten. Wir hatten viel eingekauft! Das viele Schleppen war irgendwann vorbei – das Auto haben wir völlig vergessen. Blöder Fehler natürlich! Am nächsten Tag klingelt morgens die Tür “Polizei!” – ob denn der Führer des Wagens zu Hause sei. Ich hatte mich ganz zufällig jüngst darüber informiert, was man eigentlich für Rechte hat, wenn die Polizei klingelt (via Rette sich, wer kann) – was muss man sagen, was nicht, muss man öffnen, oder nicht? Was müssen die eigentlich sagen? Sie müssen einem sagen, worum es geht – und davor braucht man selbst nichts zu sagen. Ich also: “Worum geht es denn?” – ”Ja, ist er denn da?” – ”Na, worum geht es denn erst Mal?” – “Jetzt sagen Sie einfach, ob er da ist oder nicht!” – “Ich möchte erst wissen, worum geht!”... Der war völlig verdutzt, dass ich es quasi “wagte”, irgendwas zurück zu fragen! Widerwillig erklärte er mir den Sachverhalt. Ich war total überrascht und sagte, wir kommen – der Polizist hatte sich aber nun schon so geärgert, dass er mich anfuhr: “Und Sie kommen jetzt sofort herunter, sonst melde ich das und das kostet X €! Wir drehen eine Runde, und wenn der Wagen nicht in FÜNF MINUTEN [er schrie in Rage] weg ist, werde ich das sofort melden!” und weg war er.

Vielleicht ist er eigentlich ein lieber Kerl, dem es Leid tut, was er manchmal machen “muss”, und in diesem Fall hatte er die Chance, “gütig” zu sein, und ein Auge zuzudrücken. Nichtsdestotrotz habe ich Rechte und will wissen, worum es geht, bevor ich irgendwas sage! Gütig, wir er an diesem Tag drauf war, und dann aber keine sofortige, unterwürfige Dankbarkeit, sondern stattdessen eine Gegenfrage?? Das geht Mal gar nicht! Der zeig ich’s, wer hier längeren Hebel hat!

(Leider war die Warnblinkanlage die ganze Nacht an gewesen, weswegen die Batterie alle war – wir mussten schieben… Der Wagen war übrigens völlig verschneit, die Straße auch… Die Polizei trafen wir persönlich nicht an.)

Zurück zum Nacktsein: Es wird jetzt Sommer – ich bin Mal gespannt, wie es mir meinen beiden kleinen Kindern (1 und 3 Jahre) wird. Im letzten Sommer ging das nackt durch die Gegend laufen aufgrund des Alters ja noch durch. Blicke erntet man immer. Allermeistens bedeutet “rausgehen” für meine beiden Söhne auch “anziehen” – das ist kein Problem. Ab und zu wird dann aber doch unterwegs was ausgezogen. Im Winter wird man wegen der Kälte angepöbelt, die die Kinder laut Meinung der Öffentlichkeit angeblich nicht selbst spüren können (ich kann auch nichts Pauschales versprechen für jeden – aber meine Kinder, sagen mir immer, wann ihnen zu kalt oder zu warm ist! Ich kann mich darauf verlassen!).

Für den Sommer denken sie sich bestimmt irgendeinen anderen Grund aus, warum man dann auch trotzdem nicht nackt sein darf, so als 3-jähriger.

Bitte spendet 1 € für Rockzipfel!

Johanna, 16.04.2009

Rockzipfel sucht 3000 Menschen, die jeweils nur 1 € spenden!

Logo Rockzipfel

Rockzipfel ist ein Projekt, dass den gleichberechtigten Umgang mit Menschen jeden Alters unterstützt und vornehmlich zum Ziel hat, die Bedürfnisse aller Familienmitglieder – jung und alt – nach Lernen, Spielen, sozialen Kontakten mit Gleichaltrigen, Arbeiten und Gemeinschaft ermöglichen soll. Das Eltern-Kind-Büro stellt Räume zur Verfügung mit Ja-Umgebung, Internet, Küche, Ruhe- und Arbeitsraum, Spiel- und Wohnzimmer sowie möglichst auch einen Garten mit Beet – Räume, in denen sich Eltern und Kinder wohl fühlen und miteinander sein können, während alle ihren altersgemäßen Beschäftigungen nachgehen können – gemeinsam oder jeder für sich, aber stets für einander da.

Gemeinsame Unternehmungen wie Feste, große Projekte und Ausflüge sind möglich und erwünscht, ebenso wie tägliche Spiel- und Lernangebote für Groß und Klein. Wer Raum und Möglichkeit zum Arbeiten bzw. Erledigungen am Computer/Internet braucht, soll dies bei Rockzipfel bekommen, während sich andere um die Bedürfnisse der Kinder kümmern können (beides in den selben Räumlichkeiten – die klassische Betreuungssituation (Eltern sind weg, Kinder in Obhut) ist in Leipzig nicht möglich jedenfalls nicht auf regelmäßiger Basis, sporadisch geht’s).

In Leipzig soll das Projekt möglichst bald starten. Obgleich wir privat die ersten Mieten auslegen können, brauchen wir noch Startkapital für:

  • Kaution
  • Renovierungskosten (günstige Wohnungen sind unrenoviert)
  • Gewährleistung der Sicherheit (Abdeckungen für Steckdosen, Rauchmelder etc.)
  • Einrichtung

    Wenn jeder nur 1 € spendet, können wir genug zusammen kriegen!

    So kannst du uns außerdem helfen:

  • kopiere diesen Text und maile ihn an Menschen, die dir und/oder uns wohlgesonnen sein könnten und bitte sie um eine Spende von nur 1 €! (Füge bitte eine persönliche Nachricht von dir an den Anfang hinzu.)
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  • Leipziger und nach Leipzig Reisende können uns Material und Einrichtungsgegenstände spenden. Eine (unvollständige) Liste der benötigten Sachen findet ihr hier.
  • Leipziger und unter Umständen auch andere können ihre Zeit spenden. Wir brauchen Berater in rechtlichen Fragen sowie tatkräftige Hilfe beim Einrichten/Renovieren, beim Einziehen sowie später regelmäßig Menschen, die bei Rockzipfel Spiel-, Spaß-, Lern- und Quatschangebote anbieten oder sich einfach für die Spielideen der Kinder zur Verfügung stellen.
  • natürlich kannst du auch mehr spenden – aber wir setzen wirklich auf den 1 € von vielen Menschen! Nur einen Euro zu spenden kommt manchen vielleicht zu wenig vor – trau dich ruhig, wir freuen uns wirklich über genau diesen einen!

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