Kommentar zu einem Interview mit Manfred Spitzer

Johanna, 24.06.2007

Bezugnehmend auf dieses Interview mit Hirnforscher Manfred Spitzer möchte ich ein paar Kommentare loswerden:

Meine Bescheidene Meinung ist, dass das fast alles totaler Quark ist. :D

Erstens muss man immer davon ausgehen, dass die “Studien” auf Kindern basieren, die erzogen werden und die zumindest zu 50% eingeredet bekommen, ihr Verhalten (Fernsehen) sei falsch, zu viel oder sonst was. Außerdem schalten dabei die Eltern sicher hier und da willkürlich den Fernseher aus, wenn sie meinen, es sei genug, oder sie haben irgendwelche Regeln festgelegt. Sie machen es durch die Erziehung zu einer “Verbotenen Frucht”, anstatt sie selbständig das Medium entdecken zu lassen. Selbst wenn sie nichts dergleichen tun, aber ihre Kinder trotzdem an anderen Stellen kontrollieren und das Fernsehen nicht gerade befürworten, ist an den Kindern deren Missbilligung oder Angst darüber sicher nicht entgangen, es gibt ja auch genügend Gequake darüber im Fernsehen selbst.

Selbst Eltern, die versuchen, ihre Kinder nicht zu erziehen, schaffen es schlecht, ihre Kinder da völlig in Ruhe zu lassen.

In der Gruppe mit über drei Stunden Fernsehen täglich sind nur knapp zehn Prozent Hochschulabgänger, aber 25 Prozent Schulabbrecher.

Desweiteren ist in den Studien gar nicht berücksichtigt, wie mit dem TV umgegangen wird, und was eigentlich mit den 75% Kindern ist, die trotz TV nicht Schulabbrecher werden – warum denn eigentlich nicht? Müssten nicht alle Kinder Schulabbrecher und Dumm werden, wenn es doch so schlecht ist? Warum ist es nur für manche Kinder schlecht? Und was haben die anderen, was die 25% nicht haben? Haben sie vielleicht verständnisvolle Eltern, die ihnen Dinge erklären, die auch Mal mit ihren Kindern gucken, die die Interessen der Kinder auch anderweitig “füttern”, die ansonsten Unschooling machen, die keine Ahnung – es gibt etliche Möglichkeiten. Vielleicht ist es auch so was banales wie, alle 75% kuscheln abends mit ihren Kindern und das macht alles wett :D Wer weiß – da es ja gar nicht Ziel solcher Studien ist, herauszufinden, wie genau “überhöhter” Fernsehkonsum kompensiert werden kann, sondern lediglich, zu beweisen, dass TV möglichst aus den Heimen verbannt werden sollte, wird darauf einfach gar nicht geachtet. Finde ich einfach arm.

Von daher kann man die “Ergebnisse” nicht auf “uns” beziehen und machen mir überhaupt keine Angst (mehr). Außerdem braucht man sich nicht zu wundern, wenn Kinder, die jeden Tag “Wissen”, das sie gar nicht wollen, zwangseingeflößt bekommen, ständig gesagt bekommen, was sie wollen und tun “sollen”, gar nicht mehr wissen, was sie eigentlich selbst wollen. Als Ersatz für ein reiches Leben, dass sie wirklich erfüllt ist es kein Wunder, dass sie das Fernsehen nehmen, das viele verschiedene Lebensweisen portraitiert und Geschichten erzählt.

Warum schaffen es trotzdem so wenige Lehrer, diesen Spaß am Lernen in den Kindern zu wecken?

Die übliche Lehrerschelte in den Medien halte ich für ungerechtfertigt, es gibt sehr viele sehr gute Lehrer. Aber sie haben es auch nicht leicht. Früher mussten Kinder bei der Heuernte und beim Kartoffellesen helfen, da war Schule für sie eine spannende Alternative. Heute gilt alles andere als viel spannender und die Schule nur noch als langweilig. Für viele Schüler ist Schule heute eine unangenehme Unterbrechung ihrer Freizeit, und die besteht nun mal häufig aus Fernsehen und Computerspielen

Was er sagt ist quasi: Macht doch bitte endlich das restliche Leben der Kinder “langweiliger”, damit endlich der bereits langweilig gewordene Unterricht wieder spannender wird. Also: verdunkle die Welt der Kinder bitte, damit wir ihnen endlich wieder besser Wissen einflößen können, das sie ja eigentlich gar nicht wollen, was wir aber wichtig für deren Entwicklung finden.

Passt einfach nicht zu meinem Verständnis von Lernen, Lernfreiheit, Gleichberechtigung, Selbstbestimmung, und meinem Verständnis davon, was Kinder an Kompentezen mitbringen und wie diese am besten gefördert werden. Den Mann kann ich quasi schon allein deshalb gar nicht erst nehmen.

Ich glaube, es ist einfach andersrum: Die Kinder “flüchten”, wenn überhaupt, an den Fernseher und PC, weil der Rest ihres Lebens so extrem langweilig ist. Mehr Angebote, mehr Leben, mehr Angebot für Eltern und Kinder, also Dinge, die sie gemeinsam machen können, mehr Angebote für Jugendliche sind die bessere Lösung, als Fernsehen zu verbannen. Ach ja, und natürlich möglichst weniger Schule :D. Und natürlich, völlig freien Zugang zum Fernsehen von Anfang an, damit es gar nicht erst unnatürlich zur “verbotenen Frucht” wird.

Loslassen von Seiten der Eltern ist gefragt, keine Panikmache von Gehirnforschern, die nur eine Entschuldigung ;) brauchen dafür, dass sie über den Kopf ihrer eigenen Kinder hinweg entschieden haben, dass der Fernseher aus der Wohnung kommt, anstatt sich dem Problem zu stellen, und gemeinsam eine Lösung zu finden:

Wie halten Sie es denn mit Ihren eigenen Kindern?

Als unsere fünf Kinder noch kleiner waren, gab es fast jeden Abend Streit darüber, wer was sehen durfte. Ich war dieses Thema irgendwann leid, und meine Frau und ich haben dann entschieden, dass der Fernseher weg kommt.

Und was passiert eigentlich im Gehirn der Kinder, wenn deren Eltern nicht gleichberechtigt mit ihren Kindern umgehen? Und was passiert im Gehirn der Kinder, wenn die Eltern an der Kompetenz ihrer Kinder zweifeln? Und was passiert, wenn man nicht selbst bestimmen kann, was man mit seinem Leben tun will? Und was passiert, wenn man von Seiten der Eltern keine Unterstützung kriegt?

Ihre Kinder können nie mitreden, wenn Freunde über Sendungen sprechen, die gerade “in” sind.

Meine Kinder schauen schon mal bei den Nachbarskindern fern. Und das verbessert nicht nur ihr Wissen über gewisse Sendungen, sondern auch ihr soziales Verhalten. Da müssen sie nämlich freundlich klingeln und fragen, und im Gegenzug kommen oft die Nachbarskinder zu uns.

Aha. Das alles ist also noch “OK”, weil andere seine tolle Erkenntnis noch nicht hatten, oder was?

Allerschlechteste Lernvoraussetzungen also.

Ja. Freiburger Kollegen haben dazu vor einigen Jahren eine interessante Studie gemacht. An mehr als 200 Schülern maßen sie während 23 Stunden Herzfrequenz, Blutdruck und Hautwiderstand, also Größen, die über die emotionale Erregtheit Auskunft geben. Ergebnis: Während die Schüler immer wieder behaupten, sie hätten großen “Schulstress”, sind sie rein physiologisch kurz vor dem Tiefschlaf, ihre emotionale Beteiligung ist vollkommen am Boden. Am Nachmittag dagegen vor dem Bildschirm gehen die Emotionen rauf und runter, aber die Kinder sagen, sie würden sich dabei entspannen. Was können Lehrer noch tun, wenn sie vor dösenden, übermüdeten Kindern stehen, die erst wieder beim Computerspiel am Nachmittag richtig aufwachen?

Hallo??? Ja, klingelt’s denn nicht schon längst? Ach so, die Kinder “behaupten” ja nur, dass sie unter Stress stünden. Frechheit auch, dass er das so formuliert, übrigens.

Ich glaube, der Stress entsteht ja auch erst am Nachmittag – Hausaufgaben, Lernen, Schlechtes Gewissen, Eltern-Stress, Schlechte Noten etc. etc., das ist alles Stress am Nachmittag – und das eben gerade deswegen, weil sie morgens in der Schule einfach nicht aufpassen konnte, aber sollten; es aber so unglaublich langweilig und meist fern von ihren eigenen Interessen war, dass sie eben “kurz vor dem Tiefschlaf” waren. Nach der Schule das große Erwachen: Scheisse, hätte ich morgens aufgepasst müsste ich es jetzt nicht selbst lernen. Aber das Thema interessiert mich immer noch nicht – so ein Kack, ich schau lieber fern…. Kein Wunder, dass Kinder eine Tätigkeit vorziehen, bei der sie vollkommen abschalten können und dabei auch noch die emotionale Beteiligung Höhepunkte erlebt. Ganz klar für mich: Die Schule ist das Problem, nicht das Fernsehen, sorry Herr Spitzer.

Fremdsprachen lernt man nicht so leicht. Wie unterrichtet man die am besten?

Falsch ist es, wenn man die Grundschullehrerin dazu zwingt, Englisch zu unterrichten, obwohl sie es nicht wirklich kann. Dann quält sie sich, was die Kinder nach fünf Minuten merken und die Regel verinnerlichen: Fremdsprache macht keinen Spaß. Und dann wird das natürlich auch mit dem Lernen nichts. Ganz anders, wenn man zum Beispiel einen Amerikaner hat, der den Sportunterricht auf Englisch macht.

Das finde ich allerdings im Rahmen der Schule auf jeden Fall Mal ausnahmsweise gut.

Gilt Ihre Ablehnung auch für Computer?

Ja, auch die tun der geistigen Entwicklung der Jüngeren nicht gut. Ich rate davon ab.

Aber man sitzt nicht nur passiv davor wie beim Fernseher.

Da bin ich sehr skeptisch. Zeigen Sie mir den Zwölfjährigen, der auf dem Computer keine blutigen Ballerspiele spielt. Und den 16-Jährigen, der nicht zu LAN-Partys will, wo sie nächtelang vor dem Gerät sitzen. Was Kinder und Jugendliche lernen müssen, lernen sie viel besser ohne Computer. Ich selber nutze ja das Internet als Wissenschaftler und weiß genau, wo es mir helfen kann und wo nicht, weil ich Vorwissen habe. Wenn ich aber als Schüler ganz am Anfang des Wissenserwerbs stehe, nützt mir das Internet sehr wenig, weil ich da sehr viel ungefilterten Schrott bekomme.

Das ist doch Quark. Die Lösung liegt doch nahe: Zeigt den Kindern, wie sie selbst filtern können. Sie nun komplett von der Medienwelt abzuschneiden ist ja wohl totaler Blödsinn. Wie und wann sollen sie dann noch Mal filtern lernen? Und was war es noch Mal, was Kinder und Jugendliche lernen müssen? Dass sie nun Mal nicht alles dürfen, was sie wollen? Dass Erwachsene darüber entscheiden, was gut für sie ist? Dass sie das dann auch irgendwann dürfen, über andere Menschen bestimmen? :D

Die Frustration, die sich bei Fremdbestimmung über Jahre hinweg aufbaut halte ich für höchstgefährlich für die nächste Generation, diese wird dann nämlich auch erzogen.

Warum steigert das Fernsehen die Gewaltbereitschaft?

Wenn ein Amerikaner 18 ist, hat er im Schnitt 32 000 Morde im Fernsehen gesehen, bei Kabelanschluss sogar mehr. Diese Sinneseindrücke werden im Gehirn nicht einfach ablegt, sondern ständig weiter verarbeitet. Dazu muss man wissen, dass von zehn Millionen Verbindungsfasern von Nervenzellen im Gehirn nur eine einzige hinein- oder hinausführt, also sozusagen auf Außenkontakte angelegt ist. Die anderen 9 999 999 Verbindungen sind gehirninterne Verbindungen, über die äußere Eindrücke weiterverarbeitet werden. Und wenn Sie 32 000 TV-Morde intus haben, beschäftigt sich Ihr Gehirn zwangsläufig damit, ob Sie es wollen oder nicht.

Hm-mh. Und Nachrichten schauen ist da besser? Wird das nicht auch verarbeitet? Und wenn man nur Krimis liest? Passiert das dann auch?

Ich glaube, ein Leben zu leben, das frembestimmt wird, über Jahre hinweg, keine Unterstützung durch die Eltern, ständiges gängeln, unfreiwilliges Eingeflößt-bekommen von fragwürdigen, meist sinnlosen und realitätsfernen Informationen, Erziehung und hierarchisches Zusammenleben, ach ja, und Schule, gewaltbereit machen.

Wenn ich das alles jetzt erleben müsste, würde ich auf jeden Fall aggressiv! Man stelle sich vor, man würde plötzlich gezwungen, in eine Schule zu gehen, dürfte bestimmte Dinge nicht essen, müsste zu einer bestimmten Uhrzeit ins Bett, dürfte bestimmte Dinge nicht tun, müsste bestimmte Dinge tun, würde ständig kontrolliert, müsste sich ständig für seine Handlungen rechtfertigen, müsste sich ständig anhören, wie falsch man sei und handeln würde, puuuh, ich würd durchdrehen. Wie halten das manche Kinder nur aus? Dass manche nicht aggressiv werden, ist ein Wunder!

Gerade kam mir noch ein erschreckender Gedanke – in oben beschriebenen Fall würde man auch noch denken: Das lasse ich mir doch als Erwachsener schon gar nicht bieten – ich bin doch kein Kind mehr :(

Warum ist Fernsehen so schädlich?

Weil es die Gehirnentwicklung behindert. Als Metapher benütze ich dafür gerne die Spuren im Schnee: Im Gehirn laufen ständig Impulse über die Synapsen der Nervenzellen; das passiert schon im Mutterleib, wenn das Ungeborene seine Umwelt ertastet oder Geräusche hört. Wenn solche Impulse immer wieder ähnlich ablaufen, entstehen quasi Spuren, zunächst in den einfachen Arealen, dann in den komplexeren, und je öfter diese Spuren benutzt werden, umso mehr verfestigen sie sich, wie bei einem Trampelpfad im Tiefschnee. Diese Spurenbildung nennen wir Lernen.

Mag alles sein – wenn man reich lebt, entstehen doch aber noch ganz viel anderen “Spuren”? Wenn das das Problem ist, sehe ich die Lösung immer noch nicht darin, das “Böse” wegzunehmen, sondern darin, “Gutes” hinzuzufügen. Abgesehen davon – ich könnte mir vorstellen, dass diese Art von “Spuren”-Entwicklung ganz andere Kompetenzen frei gibt, die die Kinder im Erwachsenenalter nutzen können, nur eben für andere Dinge, als die heutigen Erwachsenen sie gerne hätten.

“Waldorf-Pädagogik hat mich einfach gegen TV überzeugt”

Johanna, 03.06.2007

Von Joyce Fetteroll

Rahima Balwin’s Your are Your Child’s First Teacher und viele Waldorf-inspirierte Bücher und Autoren haben mich davon überzeugt, dass der beste Ort für den Fernseher der Schrank ist.

Ich denke, intellektuell gesehen klingt das vernünftig. Es klingt auch vernünftig bezogen auf Bücher. Ist es nicht besser, Dinge zu erleben, als darüber in einem Buch zu lesen?

Es klingt auch vernünftig, dass wenn Kinder nicht die Dinge beigebracht bekommen, die sie brauchen, sie es nie lernen werden. Dies scheint vor allem bei Mathe wahr zu sein.

Die Frage ist, passt die Theorie zur Praxis? Es gibt unbeschulte Kinder hier mit uneingeschränktem Zugang zum Fernseher. Sind sie Zombies? Fehlt ihnen Phantasie? Machen sie den Fernseher an sobald sie aufwachen und werden nachts um sich schlagend vom Fernseher bis zum Bett gezerrt? Passiert mit den Kindern de facto irgendwas von dem, was diese Autoren schlussfolgern?

Quelle: Arguments against Arguments against TV by Joyce Fetteroll. Mit Genehmigung übersetzt und veröffentlicht.

“Ich will meine Kinder nicht der Werbung aussetzen”

Johanna, 03.06.2007

Von Joyce Fetteroll

Außerdem werde ich auf keinen Fall miene Kinder all der Werbung unterwerfen. Das macht mich wütend (*obwohl* wir über Werbung sehr viel reden). Sie fragen mich nach Dingen, die sie in der Werbung sehen, und es macht mich wütend, dass die Werbemacher unsere Kinder so benutzen.

Meine Tochter sieht Werbung als Hilfsmimttel. Sie sieht, was es gibt. (Wir haben die Ziele der Werbung diskutiert, und sie weiß, dass es Ziel ist, viel Geld zu machen. Sie kann manchmal äußerst misstrauisch gegenüber dem werden, was Werbemacher versuchen, Leuten glauben zu machen. Ich finde es persönlich effektiver, über Werbung zu reden, bei der ich die Zielgruppe bin, so dass ich darauf hinweisen kann, wie sie versuchen, mir glauben zu machen, dass irgendwas wahr sei, damit ich es kaufe.)

Auch hier wieder: Die Realität passt nicht mit dem, wovor wir Angst haben. Werbung ist nicht so schwer zu verstehen. Es ist eigentlich ein sehr einfaches Konzept. Ich habe immer darauf vertraut, dass meine Tochter intelligent genug ist, das Konzept zu verstehen.

Quelle: Arguments against Arguments against TV by Joyce Fetteroll. Mit Genehmigung übersetzt und veröffentlicht.

“Schon 2 Stunden kommen mir viel zu lang vor”

Johanna, 03.06.2007

Von Joyce Fetteroll

Ich kann mich nicht einfach zurücklehnen und meinen Kindern zuschauen, wie sie sitzen und sitzen. Sogar nur 2 Stunden am Tag kommen wir viel zu lang vor. Meine Kinder sind 1/2.

Wenn du keine Dinge finden kannst, die sie mehr als TV interessieren – und denke dran, es geht darum, ihre Interessen zu füttern, nicht darum, sie dazu zu bringen, Dinge interessant zu finden, die du wertvoller findest – dann ist entweder das Fernsehen wirklich wichtig für sie oder du bist nicht aufmerksam genug, um herauszufinden, was sie interessiert. Hast du Mal mit ihnen die Sendungen angeschaut und sie beobachtet, um heruaszufinden, was sie so lustig oder interessant finden? Hast du sie gefragt, was sie so faszinierend finden? Habt ihr über die Lieblingsfiguren und -szenen gesprochen? Hast du Mal versucht, ihnen deine eigenen Lieblingsfilme oder alte TV-Serien zu zeigen? Hast du im Internet weitere Informationen zu ihren Sendungen gesucht, um Ähnliches zu finden, das sie auch interessieren könnte?

Bei Unschooling geht es darum, ihnen dabei zu helfen, ihre Interessen zu erkunden, nicht ihnen dabei zu helfen, das zu erkunden, was du für wichtig hältst. Wenn dir unwohl bei ihren Interessen ist, dann musst du lernen, dich mit ihnen anzufreunden. Genauso wie es die häusliche Athmosphäre sehr beruhigen würde, wenn ein nichtlesender Ehemann es lernen würde, sich mit dem Gedanken anzufreunden, dass seine Frau mit Lesen nicht ihr Leben verschwendet.

In Schulen werden oft die Fenster verschlossen, weil die Lehrer finden, dass sie nicht gegen das antreten können, was draußen passiert. Anstatt herauszufinden, was die Kinder wirklich interessieren könnte, versuchen die Lehrer lieber, andere Alternativen langweiliger als sich selbst zu machen.

Quelle: Arguments against Arguments against TV by Joyce Fetteroll. Mit Genehmigung übersetzt und veröffentlicht.

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