“Schon 2 Stunden kommen mir viel zu lang vor”

Johanna, 03.06.2007

Von Joyce Fetteroll

Ich kann mich nicht einfach zurücklehnen und meinen Kindern zuschauen, wie sie sitzen und sitzen. Sogar nur 2 Stunden am Tag kommen wir viel zu lang vor. Meine Kinder sind 1/2.

Wenn du keine Dinge finden kannst, die sie mehr als TV interessieren – und denke dran, es geht darum, ihre Interessen zu füttern, nicht darum, sie dazu zu bringen, Dinge interessant zu finden, die du wertvoller findest – dann ist entweder das Fernsehen wirklich wichtig für sie oder du bist nicht aufmerksam genug, um herauszufinden, was sie interessiert. Hast du Mal mit ihnen die Sendungen angeschaut und sie beobachtet, um heruaszufinden, was sie so lustig oder interessant finden? Hast du sie gefragt, was sie so faszinierend finden? Habt ihr über die Lieblingsfiguren und -szenen gesprochen? Hast du Mal versucht, ihnen deine eigenen Lieblingsfilme oder alte TV-Serien zu zeigen? Hast du im Internet weitere Informationen zu ihren Sendungen gesucht, um Ähnliches zu finden, das sie auch interessieren könnte?

Bei Unschooling geht es darum, ihnen dabei zu helfen, ihre Interessen zu erkunden, nicht ihnen dabei zu helfen, das zu erkunden, was du für wichtig hältst. Wenn dir unwohl bei ihren Interessen ist, dann musst du lernen, dich mit ihnen anzufreunden. Genauso wie es die häusliche Athmosphäre sehr beruhigen würde, wenn ein nichtlesender Ehemann es lernen würde, sich mit dem Gedanken anzufreunden, dass seine Frau mit Lesen nicht ihr Leben verschwendet.

In Schulen werden oft die Fenster verschlossen, weil die Lehrer finden, dass sie nicht gegen das antreten können, was draußen passiert. Anstatt herauszufinden, was die Kinder wirklich interessieren könnte, versuchen die Lehrer lieber, andere Alternativen langweiliger als sich selbst zu machen.

Quelle: Arguments against Arguments against TV by Joyce Fetteroll. Mit Genehmigung übersetzt und veröffentlicht.

Einen Kommentar schreiben

* = Pflichtangabe

Unerzogen Magazin