“Waldorf-Pädagogik hat mich einfach gegen TV überzeugt”
Von Joyce Fetteroll
Rahima Balwin’s Your are Your Child’s First Teacher und viele Waldorf-inspirierte Bücher und Autoren haben mich davon überzeugt, dass der beste Ort für den Fernseher der Schrank ist.
Ich denke, intellektuell gesehen klingt das vernünftig. Es klingt auch vernünftig bezogen auf Bücher. Ist es nicht besser, Dinge zu erleben, als darüber in einem Buch zu lesen?
Es klingt auch vernünftig, dass wenn Kinder nicht die Dinge beigebracht bekommen, die sie brauchen, sie es nie lernen werden. Dies scheint vor allem bei Mathe wahr zu sein.
Die Frage ist, passt die Theorie zur Praxis? Es gibt unbeschulte Kinder hier mit uneingeschränktem Zugang zum Fernseher. Sind sie Zombies? Fehlt ihnen Phantasie? Machen sie den Fernseher an sobald sie aufwachen und werden nachts um sich schlagend vom Fernseher bis zum Bett gezerrt? Passiert mit den Kindern de facto irgendwas von dem, was diese Autoren schlussfolgern?
Quelle: Arguments against Arguments against TV by Joyce Fetteroll. Mit Genehmigung übersetzt und veröffentlicht.

Ja.
Zitat: “Ist es nicht besser, Dinge zu erleben, als darüber in einem Buch zu lesen?” (Zitat Ende).
Sollte dies keine bloße Provokation, sondern ernst gemeint sein, so empfinde ich das als sehr empörend. Wo leben wir denn hier, dass es nur um das eigene (Er)Leben und Erfahren geht?
Bücher bilden, sie bringen einem das Denken und Leben anderer Menschen nahe (von beflügelter Phantasie und einer Anreicherung des Wortschatzes, was in ALLEN Lebenslagen von belang sein dürfte, mal ganz zu schweigen), was man vom heutigen Programmangebot im Fernsehen leider nur noch in wenigen Fällen behaupten kann.
Davon mal ganz abgesehen, halte ich den Vergleich von Büchern/Fernsehen für gleichwertig mit dem Vergleich von Äpfeln und Birnen.
Gruß, Stefanie