Kommentar zu einem Interview mit Manfred Spitzer
Bezugnehmend auf dieses Interview mit Hirnforscher Manfred Spitzer möchte ich ein paar Kommentare loswerden:
Meine Bescheidene Meinung ist, dass das fast alles totaler Quark ist. :D
Erstens muss man immer davon ausgehen, dass die “Studien” auf Kindern basieren, die erzogen werden und die zumindest zu 50% eingeredet bekommen, ihr Verhalten (Fernsehen) sei falsch, zu viel oder sonst was. Außerdem schalten dabei die Eltern sicher hier und da willkürlich den Fernseher aus, wenn sie meinen, es sei genug, oder sie haben irgendwelche Regeln festgelegt. Sie machen es durch die Erziehung zu einer “Verbotenen Frucht”, anstatt sie selbständig das Medium entdecken zu lassen. Selbst wenn sie nichts dergleichen tun, aber ihre Kinder trotzdem an anderen Stellen kontrollieren und das Fernsehen nicht gerade befürworten, ist an den Kindern deren Missbilligung oder Angst darüber sicher nicht entgangen, es gibt ja auch genügend Gequake darüber im Fernsehen selbst.
Selbst Eltern, die versuchen, ihre Kinder nicht zu erziehen, schaffen es schlecht, ihre Kinder da völlig in Ruhe zu lassen.
In der Gruppe mit über drei Stunden Fernsehen täglich sind nur knapp zehn Prozent Hochschulabgänger, aber 25 Prozent Schulabbrecher.
Desweiteren ist in den Studien gar nicht berücksichtigt, wie mit dem TV umgegangen wird, und was eigentlich mit den 75% Kindern ist, die trotz TV nicht Schulabbrecher werden – warum denn eigentlich nicht? Müssten nicht alle Kinder Schulabbrecher und Dumm werden, wenn es doch so schlecht ist? Warum ist es nur für manche Kinder schlecht? Und was haben die anderen, was die 25% nicht haben? Haben sie vielleicht verständnisvolle Eltern, die ihnen Dinge erklären, die auch Mal mit ihren Kindern gucken, die die Interessen der Kinder auch anderweitig “füttern”, die ansonsten Unschooling machen, die keine Ahnung – es gibt etliche Möglichkeiten. Vielleicht ist es auch so was banales wie, alle 75% kuscheln abends mit ihren Kindern und das macht alles wett :D Wer weiß – da es ja gar nicht Ziel solcher Studien ist, herauszufinden, wie genau “überhöhter” Fernsehkonsum kompensiert werden kann, sondern lediglich, zu beweisen, dass TV möglichst aus den Heimen verbannt werden sollte, wird darauf einfach gar nicht geachtet. Finde ich einfach arm.
Von daher kann man die “Ergebnisse” nicht auf “uns” beziehen und machen mir überhaupt keine Angst (mehr). Außerdem braucht man sich nicht zu wundern, wenn Kinder, die jeden Tag “Wissen”, das sie gar nicht wollen, zwangseingeflößt bekommen, ständig gesagt bekommen, was sie wollen und tun “sollen”, gar nicht mehr wissen, was sie eigentlich selbst wollen. Als Ersatz für ein reiches Leben, dass sie wirklich erfüllt ist es kein Wunder, dass sie das Fernsehen nehmen, das viele verschiedene Lebensweisen portraitiert und Geschichten erzählt.
Warum schaffen es trotzdem so wenige Lehrer, diesen Spaß am Lernen in den Kindern zu wecken?
Die übliche Lehrerschelte in den Medien halte ich für ungerechtfertigt, es gibt sehr viele sehr gute Lehrer. Aber sie haben es auch nicht leicht. Früher mussten Kinder bei der Heuernte und beim Kartoffellesen helfen, da war Schule für sie eine spannende Alternative. Heute gilt alles andere als viel spannender und die Schule nur noch als langweilig. Für viele Schüler ist Schule heute eine unangenehme Unterbrechung ihrer Freizeit, und die besteht nun mal häufig aus Fernsehen und Computerspielen
Was er sagt ist quasi: Macht doch bitte endlich das restliche Leben der Kinder “langweiliger”, damit endlich der bereits langweilig gewordene Unterricht wieder spannender wird. Also: verdunkle die Welt der Kinder bitte, damit wir ihnen endlich wieder besser Wissen einflößen können, das sie ja eigentlich gar nicht wollen, was wir aber wichtig für deren Entwicklung finden.
Passt einfach nicht zu meinem Verständnis von Lernen, Lernfreiheit, Gleichberechtigung, Selbstbestimmung, und meinem Verständnis davon, was Kinder an Kompentezen mitbringen und wie diese am besten gefördert werden. Den Mann kann ich quasi schon allein deshalb gar nicht erst nehmen.
Ich glaube, es ist einfach andersrum: Die Kinder “flüchten”, wenn überhaupt, an den Fernseher und PC, weil der Rest ihres Lebens so extrem langweilig ist. Mehr Angebote, mehr Leben, mehr Angebot für Eltern und Kinder, also Dinge, die sie gemeinsam machen können, mehr Angebote für Jugendliche sind die bessere Lösung, als Fernsehen zu verbannen. Ach ja, und natürlich möglichst weniger Schule :D. Und natürlich, völlig freien Zugang zum Fernsehen von Anfang an, damit es gar nicht erst unnatürlich zur “verbotenen Frucht” wird.
Loslassen von Seiten der Eltern ist gefragt, keine Panikmache von Gehirnforschern, die nur eine Entschuldigung ;) brauchen dafür, dass sie über den Kopf ihrer eigenen Kinder hinweg entschieden haben, dass der Fernseher aus der Wohnung kommt, anstatt sich dem Problem zu stellen, und gemeinsam eine Lösung zu finden:
Wie halten Sie es denn mit Ihren eigenen Kindern?
Als unsere fünf Kinder noch kleiner waren, gab es fast jeden Abend Streit darüber, wer was sehen durfte. Ich war dieses Thema irgendwann leid, und meine Frau und ich haben dann entschieden, dass der Fernseher weg kommt.
Und was passiert eigentlich im Gehirn der Kinder, wenn deren Eltern nicht gleichberechtigt mit ihren Kindern umgehen? Und was passiert im Gehirn der Kinder, wenn die Eltern an der Kompetenz ihrer Kinder zweifeln? Und was passiert, wenn man nicht selbst bestimmen kann, was man mit seinem Leben tun will? Und was passiert, wenn man von Seiten der Eltern keine Unterstützung kriegt?
Ihre Kinder können nie mitreden, wenn Freunde über Sendungen sprechen, die gerade “in” sind.
Meine Kinder schauen schon mal bei den Nachbarskindern fern. Und das verbessert nicht nur ihr Wissen über gewisse Sendungen, sondern auch ihr soziales Verhalten. Da müssen sie nämlich freundlich klingeln und fragen, und im Gegenzug kommen oft die Nachbarskinder zu uns.
Aha. Das alles ist also noch “OK”, weil andere seine tolle Erkenntnis noch nicht hatten, oder was?
Allerschlechteste Lernvoraussetzungen also.
Ja. Freiburger Kollegen haben dazu vor einigen Jahren eine interessante Studie gemacht. An mehr als 200 Schülern maßen sie während 23 Stunden Herzfrequenz, Blutdruck und Hautwiderstand, also Größen, die über die emotionale Erregtheit Auskunft geben. Ergebnis: Während die Schüler immer wieder behaupten, sie hätten großen “Schulstress”, sind sie rein physiologisch kurz vor dem Tiefschlaf, ihre emotionale Beteiligung ist vollkommen am Boden. Am Nachmittag dagegen vor dem Bildschirm gehen die Emotionen rauf und runter, aber die Kinder sagen, sie würden sich dabei entspannen. Was können Lehrer noch tun, wenn sie vor dösenden, übermüdeten Kindern stehen, die erst wieder beim Computerspiel am Nachmittag richtig aufwachen?
Hallo??? Ja, klingelt’s denn nicht schon längst? Ach so, die Kinder “behaupten” ja nur, dass sie unter Stress stünden. Frechheit auch, dass er das so formuliert, übrigens.
Ich glaube, der Stress entsteht ja auch erst am Nachmittag – Hausaufgaben, Lernen, Schlechtes Gewissen, Eltern-Stress, Schlechte Noten etc. etc., das ist alles Stress am Nachmittag – und das eben gerade deswegen, weil sie morgens in der Schule einfach nicht aufpassen konnte, aber sollten; es aber so unglaublich langweilig und meist fern von ihren eigenen Interessen war, dass sie eben “kurz vor dem Tiefschlaf” waren. Nach der Schule das große Erwachen: Scheisse, hätte ich morgens aufgepasst müsste ich es jetzt nicht selbst lernen. Aber das Thema interessiert mich immer noch nicht – so ein Kack, ich schau lieber fern…. Kein Wunder, dass Kinder eine Tätigkeit vorziehen, bei der sie vollkommen abschalten können und dabei auch noch die emotionale Beteiligung Höhepunkte erlebt. Ganz klar für mich: Die Schule ist das Problem, nicht das Fernsehen, sorry Herr Spitzer.
Fremdsprachen lernt man nicht so leicht. Wie unterrichtet man die am besten?
Falsch ist es, wenn man die Grundschullehrerin dazu zwingt, Englisch zu unterrichten, obwohl sie es nicht wirklich kann. Dann quält sie sich, was die Kinder nach fünf Minuten merken und die Regel verinnerlichen: Fremdsprache macht keinen Spaß. Und dann wird das natürlich auch mit dem Lernen nichts. Ganz anders, wenn man zum Beispiel einen Amerikaner hat, der den Sportunterricht auf Englisch macht.
Das finde ich allerdings im Rahmen der Schule auf jeden Fall Mal ausnahmsweise gut.
Gilt Ihre Ablehnung auch für Computer?
Ja, auch die tun der geistigen Entwicklung der Jüngeren nicht gut. Ich rate davon ab.
Aber man sitzt nicht nur passiv davor wie beim Fernseher.
Da bin ich sehr skeptisch. Zeigen Sie mir den Zwölfjährigen, der auf dem Computer keine blutigen Ballerspiele spielt. Und den 16-Jährigen, der nicht zu LAN-Partys will, wo sie nächtelang vor dem Gerät sitzen. Was Kinder und Jugendliche lernen müssen, lernen sie viel besser ohne Computer. Ich selber nutze ja das Internet als Wissenschaftler und weiß genau, wo es mir helfen kann und wo nicht, weil ich Vorwissen habe. Wenn ich aber als Schüler ganz am Anfang des Wissenserwerbs stehe, nützt mir das Internet sehr wenig, weil ich da sehr viel ungefilterten Schrott bekomme.
Das ist doch Quark. Die Lösung liegt doch nahe: Zeigt den Kindern, wie sie selbst filtern können. Sie nun komplett von der Medienwelt abzuschneiden ist ja wohl totaler Blödsinn. Wie und wann sollen sie dann noch Mal filtern lernen? Und was war es noch Mal, was Kinder und Jugendliche lernen müssen? Dass sie nun Mal nicht alles dürfen, was sie wollen? Dass Erwachsene darüber entscheiden, was gut für sie ist? Dass sie das dann auch irgendwann dürfen, über andere Menschen bestimmen? :D
Die Frustration, die sich bei Fremdbestimmung über Jahre hinweg aufbaut halte ich für höchstgefährlich für die nächste Generation, diese wird dann nämlich auch erzogen.
Warum steigert das Fernsehen die Gewaltbereitschaft?
Wenn ein Amerikaner 18 ist, hat er im Schnitt 32 000 Morde im Fernsehen gesehen, bei Kabelanschluss sogar mehr. Diese Sinneseindrücke werden im Gehirn nicht einfach ablegt, sondern ständig weiter verarbeitet. Dazu muss man wissen, dass von zehn Millionen Verbindungsfasern von Nervenzellen im Gehirn nur eine einzige hinein- oder hinausführt, also sozusagen auf Außenkontakte angelegt ist. Die anderen 9 999 999 Verbindungen sind gehirninterne Verbindungen, über die äußere Eindrücke weiterverarbeitet werden. Und wenn Sie 32 000 TV-Morde intus haben, beschäftigt sich Ihr Gehirn zwangsläufig damit, ob Sie es wollen oder nicht.
Hm-mh. Und Nachrichten schauen ist da besser? Wird das nicht auch verarbeitet? Und wenn man nur Krimis liest? Passiert das dann auch?
Ich glaube, ein Leben zu leben, das frembestimmt wird, über Jahre hinweg, keine Unterstützung durch die Eltern, ständiges gängeln, unfreiwilliges Eingeflößt-bekommen von fragwürdigen, meist sinnlosen und realitätsfernen Informationen, Erziehung und hierarchisches Zusammenleben, ach ja, und Schule, gewaltbereit machen.
Wenn ich das alles jetzt erleben müsste, würde ich auf jeden Fall aggressiv! Man stelle sich vor, man würde plötzlich gezwungen, in eine Schule zu gehen, dürfte bestimmte Dinge nicht essen, müsste zu einer bestimmten Uhrzeit ins Bett, dürfte bestimmte Dinge nicht tun, müsste bestimmte Dinge tun, würde ständig kontrolliert, müsste sich ständig für seine Handlungen rechtfertigen, müsste sich ständig anhören, wie falsch man sei und handeln würde, puuuh, ich würd durchdrehen. Wie halten das manche Kinder nur aus? Dass manche nicht aggressiv werden, ist ein Wunder!
Gerade kam mir noch ein erschreckender Gedanke – in oben beschriebenen Fall würde man auch noch denken: Das lasse ich mir doch als Erwachsener schon gar nicht bieten – ich bin doch kein Kind mehr :(
Warum ist Fernsehen so schädlich?
Weil es die Gehirnentwicklung behindert. Als Metapher benütze ich dafür gerne die Spuren im Schnee: Im Gehirn laufen ständig Impulse über die Synapsen der Nervenzellen; das passiert schon im Mutterleib, wenn das Ungeborene seine Umwelt ertastet oder Geräusche hört. Wenn solche Impulse immer wieder ähnlich ablaufen, entstehen quasi Spuren, zunächst in den einfachen Arealen, dann in den komplexeren, und je öfter diese Spuren benutzt werden, umso mehr verfestigen sie sich, wie bei einem Trampelpfad im Tiefschnee. Diese Spurenbildung nennen wir Lernen.
Mag alles sein – wenn man reich lebt, entstehen doch aber noch ganz viel anderen “Spuren”? Wenn das das Problem ist, sehe ich die Lösung immer noch nicht darin, das “Böse” wegzunehmen, sondern darin, “Gutes” hinzuzufügen. Abgesehen davon – ich könnte mir vorstellen, dass diese Art von “Spuren”-Entwicklung ganz andere Kompetenzen frei gibt, die die Kinder im Erwachsenenalter nutzen können, nur eben für andere Dinge, als die heutigen Erwachsenen sie gerne hätten.

oh man, Johanna, klarer Blick auf die Dinge. Unbedingt.
Ich mag den Manne Spitzer bzw. seine Theorien auch überhaupt nicht. Ich gebe dir in allem völlig recht. Der Mann ist ein guter Entertainer. Ich habe seine Vorträge auf DVD unheimlich genossen, wahnsinnig unterhalten gefunden. Das war aber auch alles.
http://www.chrismon.de/396.php
Hier ein feines “Streitgespräch” zum Thema zwischen Remo Largo (“Babyjahre”, “Kinderjahre”) und Spitzer.
Man kann generell durchaus sagen, dass Spitzer erzieht. Und wenn ich ihm zuhöre, beschleicht mich immer dieses Gefühl, dass mich beschleicht, wenn die “Alten” von der guten alten Zeit sprechen. Es ist fern jeglichen Verständnisses von der modernen Welt. Es ist geprägt von Angst. Angst vor neuen Dingen. Es ist schlicht und ergreifend eine Tatsache, dass das Leben unserer Kinder von Fernsehen, Computer usw. stark beeinflusst wird. Wenn ich mich dem als Elternteil verweigere und es meinen Kindern verweigere, erweise ich meinen Kindern gar keinen guten Dienst.
Aus Erfahrung mit meinem nicht-erzogenen Sohn weiss ich, dass er einen unglaublichen normalen Umgang mit diesen Medien pflegt. Er hat seit seinem 4. Geburtstag einen eigenen Computer und er nutzt ihn am Tag maximal ca. 30 Minuten. An manchen Tagen gar nicht, an manchen Tagen verstärkt. Und hat er die Möglichkeit seine Zeit mit Freunden, oder Außer-aus-Aktivitäten zu verbringen, würde er nie im Leben auf die Idee kommen zu hause vorm Computer zu bleiben. Das selbe mit Fernsehen.
LG
Sabine
Johanna, Danke für deinen Beitrag!
Übrigens hatten wir das Thema schon mal: http://www.unerzogen.de/weblog/2007/02/12/vorsicht-studien-uber-tv-und-computer/
LG
Lisa
also ich verstehe gar nicht, was ihr alle habt. der spitzer ist doch ein genialer mann und hat vollkommen recht! ...ich beobachte das doch auch in der praxis. mein bruder bleibt lieber zuhause und spielt computer als mit in den harz wandern zukommmen. dabei verarmen seine sozialen kontakte total und er ist nicht glücklich.
der mann spricht weise wörter. was er sagt, ist wahr! ...diese “Widersprüche”, die hier an den tag gelegt werden find eich äußerst bedenklich und im grunde meist ziemlich infantil. nur weil der mann nicht unsere generation ist, heißt das noch lange nicht, dass er unsinn redet.
ihr solltet den mann ernst nehmen. er weiß, wovon er spricht. es ist schließlich sein beruf und zudem sind seine argumente kaum zu widerlegen!
fernsehen und computer sind der ruin unserer gesellschaft! ...leider.
mir kommt es nicht so vor, als würde Manfred Spitzer allen Fernseh- und Computercomsum verbieten wollen.
Vielmehr macht es mir den Eindruck als würde er uns auffordern darüber nachzudenken und selbst zu entscheiden, womit wir unseren Kopf, unser Gehirn anfüllen wollen, welche Spuren wir in unserem Gehirn anlegen wollen.
Und ich selbst habe die Nase voll davon, dass andere bestimmen wollen, was in meinem Kopf vor sich geht.
Und das ist nicht nur in der Schule so, beim Fernsehen, beim Lesen oder Computerspielen etc.
Es findet auch ganz verstärkt im Arbeitsleben statt, wenn man den ganzen Tag gezwungen wird, Dinge zu denken, die man nicht denken will und Sachen zu machen, die man nicht machen will.
Es betrifft das ganze Leben!!!!!!!!!!
Womit will ich mich in diesem einem kostbaren Leben beschäftigen? Was ist es wert in mein Leben gelassen zu werden? Das sind die aufgeworfenen Fragen.
Wir sollten für unser eigenes Leben Verantwortung übernehmen.
Hallo Doris,
das ist eine ganz neue Sichtweise. Ich kann sie allerdings nicht teilen. Mit seinem Vergleich auf seine Familie plädiert er quasi dafür, dass man einfach über seine Kinder hinweg entscheidet und z.B. einfach den Fernseher aus der Wohnung verbannt. Wenn ER darüber nachdenken möchte, wie ER sein Leben gestalten möchte und womit er sich in seinem kostbaren Leben beschäftigen will – wenn DU das willst, wenn ICH das will – ist doch alles in Ordnung. Es geht aber doch hier darum, dass ER entscheidet, wie seine Kinder ihr Leben gestalten “möchten”, womit sie sich in ihrem kostbaren Leben beschäftigen wollen etc. Das ist doch ein gewaltiger Unterschied und hat nichts mehr mit “selbst entscheiden” zu tun.
Grüße
Johana
Ich frage mich:
Warum ist euch denn diese uninteressante, langweilige Fernsehkiste so wichtig, dass ihr es gleich als Freiheitsberaubung beschreibt, wenn es in einem Haus keine gibt?
ratlos: alix
Hallo Alix,
das eine hat doch mit dem anderen nichts zu tun. Wenn es in einem Haus keinen Fernseher gibt, und alle damit einverstanden sind, dann ist es auch keine Freiheitsberaubung. Wenn manche oder einer in einem Haus lebt, in dem er egal was nicht machen darf, was er gerne machen dürfte, was aber weder für ihn noch für andere Menschen lebensbedrohlich ist, dann ist das eindeutig Freiheitsberaubung. Es ist egal, ob dann der Fernseher, oder Bücher, Comics, bestimmte Klamotten, Entscheidungsfähigkeiten, Vokabular, bestimmte Nahrungsmittel, Süßigkeiten oder sonst was verboten werden. Es macht keinen Unterschied, ob jemand das Verbot als “wir haben das einfach nicht im Haus” tarnt oder nicht, weil es ja theoretisch jederzeit möglich ist, die Sache ins Haus zu holen.
Grüße
Johanna
... hm. wir haben auch keinen Fernseher und das einfach, weil wir (als Eltern) keinen brauchen. wir haben auch kein Auto. ist das nun Freiheitsberaubung? sollten wir einen Fernseher und ein Auto anschaffen, falls unsere Kinder gerne fernsehen oder Auto fahren wollen? oder müssen wir uns Gedanken machen, ob wir nicht eigentlich doch einen Fernseher und ein Auto wollen und nur deshalb keinen haben, weil wir unbewußt “ein Verbot tarnen” wollen?
Liebe Grüße,
Serafine
Liebe Serafine,
du sollst und musst gar nichts. Wie kommst du denn auf dieses Idee? :-)
Es ist einfach gut fürs Familienklima, wenn alle ehrlich miteinander umgehen und jeder sich gesehen, gehört und damit willkommen fühlt bei den anderen und das mit all seinen Eigenheiten, Bedürfnissen, Wünschen, Vorstellungen usw.
Liebe Grüße
Heike
am besten erziehen die Kinder die Eltern…nicht daß sich noch über Generationen der Frust anstaut! Die armen Kleinen! Zuviel des Guten ist eben zuviel…später werden unsere Kinder sagen: “Wie konntet Ihr uns nur diese zweidimensionale Scheiße zumuten und außerdem habt Ihr kein Entwicklungspotential mehr Ihr alten Säcke…ab auf die Altenmülldeponie!”