Unerzogen-Stammtisch -> Unerzogen-Brunch
Ich habe einfach gerade kaum Zeit! So gerne wollte ich eigentlich umgehend über den Unerzogen-Stammtisch berichten…. Also, hier eine Kurzfassung:
Es kamen weniger als angemeldet, aber es war sehr nett. Wir haben uns tatsächlich über Unerzogen-Themen unterhalten. Die anwesenden Kinder haben das Lokal im wahrsten Sinne des Wortes “unsicher” gemacht: Beinahe wäre nämlich das Restaurant abgebrannt! ;)
Es war so: Die Kinder (7, 7 und 11) entdeckten an der Bar (am anderen Ende des Lokals) einen Krug mit Streicholzschachteln. Sie bedienten sich (wohl recht “ungezogen”, wie mir später ein Kunde berichtete) und wollten unbedingt nach draußen gehen – ohne Jacken, versteht sich. Macht ja nichts, können ja machen, was sie wollen.
Kurze Zeit später kamen sie allerdings wieder und holten sich die Jacken… und ging wieder raus. Wieder kurze Zeit später kamen sie aufgeregt zurück, ein Mann habe sie angemotzt, sie würden das Haus abkokeln! Ich bin mitgegangen und habe ihnen einen Ort gezeigt, wo sie in Sicherheit (vor dem Mann, wohlgemerkt, nicht so sehr vor der “Gefahr”) kokeln könnten, und als ich rein kam, konnte ich mir einen kleinen Meinungsaustausch mit dem Herrn an der Bar nicht verkneifen (der doch wirklich auf so ungezogene Weise versucht hatte, unseren Kindern innerhalb von 5 Minuten ein bisschen Benehmen beizubringen! ;))
Er hatte doch tatsächlich behauptet, die Kinder könnten im Regen (es regnete!) mit ein paar Streichhölzern das steinerne Haus abkokeln! Und natürlich, an den Autos hätten sie auch “rumgemacht” (das verneinten unsere Kinder vehement) und überhaupt, was sei das denn für eine Art, hier ständig (kostenlose) Streichhölzer mitzunehmen…
Na klar, sie hatten am Eingang des Restaurants gekokelt, aber wenn man das nicht in Ordnung findet, muss man doch nicht irgendwelche total abgefahrenen Lügen erzählen. Er meinte, “Ja, was hätte ich denn sagen sollen?”, ich: “Die Wahrheit – einfach: die Wahrheit”. Ich bin dann schon gegangen und konnte nicht weiter erklären, dass ich mit der “Wahrheit” gemeint hatte, dass er einfach wollte, dass die Kinder dort nicht spielten, oder, dass er einfach Angst hatte, oder dass ihn die Kinder aus anderen Gründen nervten, oder er Angst hatte, dass sie die abgekoktelten Streichhölzer dort einfach würden liegen lassen oder sonst was.
Lustigerweise hatte das Ganze noch gar kein Ende. Die Unerzogenen kamen zurück und wollten, dass wir nochmals mit dem Herrn an der Bar redeten. Wir weigerten uns, weil wir keine Lust hatten und, na ja, ist ja komisch, noch Mal hinzugehen und so. Sie wollten aber unbedingt und wir wollten unbedingt nicht.
Ich hatte die Idee, das sie ihm einen Brief schreiben sollten (es ging ja darum, dass sie sich nicht trauten, selbst mit ihm zu reden). Davon waren sie begeistert und prompt machten sie sich daran, einen Brief zu schreiben. Sie erklärten darin, dass Steine nicht brennen, schon gar nicht im Regen durch ein paar Streichhölzer. Der Mann behauptete daraufhin, Steine würden brennen (okok, in Lava vielleicht, aber sicher nicht durch Streichhölzer im Regen!), und forderte sie auf, es doch gleich zu Hause am eigenen Haus Mal zu versuchen… Wahrscheinlich wusste er nur wieder nicht, was er sagen sollte…
Die Kinder hatten einen Heidenspaß damit, und auch für uns war es interessant zu beobachten. Uns betreffend kann man berichten, dass wir uns ab und zu Sorgen machten, unsere Kinder seien eventuell “zu laut” für die anderen Gäste. Aber das sind wirklich Sorgen, die total unbegründet sind. Genau hingehört bemerkten wir, wie sämtliche Tische, vertieft im Spiel, immer wieder Mal lauthals auflachten. Gleiches Recht für alle, doch bitte wenigstens bei Freude :)
Ach ja, desweiteren bestellten Sie sich ständig neue Getränke, mit und ohne unseres Wissens (wie ich später beim Bezahlen der Rechnung bemerken musste) – das sollten wir vielleicht beim nächsten Mal von vornerein abklären… entweder einfach vorher ein bestimmtest Budget jedem geben oder anders abklären…
Wir redeten über alles mögliche, vornehmlich aber darum, wie man sich weiter “bewegen” könnte. Was muss geschehen, damit es eine Bewegung wird? Ich hoffe, dieses Gespräch können wir im nächsten Treffen fortsetzen.
Wir verabredeten ein weiteres Treffen am Sonntag, den 25. März um 10.00, selber Ort, aber eben morgens, zum Brunch. So können die Kinder auch wirklich mitgenommen werden und keiner der Partner muss zu Hause bleiben und aufpassen…
Übrigens, zum nächsten Treffen sind bereits zwei lediglich “Interessierte” eingeladen und mehr oder weniger fest angemeldet, also Mamis, die sich eigentlich noch gar nicht so sehr mit dem Thema auseinander gesetzt haben und eventuell viele Fragen und Diskussionsstoff mitbringen…
Ich freue mich auf in 10 Tagen!
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