Das 1. Unerzogen-Treffen zu Pfingsten 2007

Johanna, 02.06.2007

Am vergangenen Pfingswochenende von Freitag bis Montag fand das erste – und bestimmt nicht letzte – Unerzogen-Treffen mit Mitgliedern aus der Unerzogen-Mailingliste statt.

Wir waren insgesamt 30 Leute, davon genau die Hälfte ab 16, die andere unter 8 Jahren. Es war von Anfang an sehr locker, jegliche Bedenken oder Nervositäten, irgendwas könnte nicht klappen oder komisch sein, waren beim Eintreffen der ersten Gäste im Nu verschwunden.

Unerzogen-Buttons

Meine Tochter und ich (wir waren schon die Nacht zuvor angekommen) hatten uns damit beschäftigt, Namensschilder zu basteln. Außerdem war mir kurz vor unserer Abfahrt eingefallen, dass ich unbedingt irgendwas für alle mitbringen wollte. So haben wir “Mal eben schnell” Buttons mit der Aufschrift “unerzogen” entworfen (OK, mein Freund) und machen lassen (ein Glück haben wir hat er einen Button-Hersteller um die Ecke von wo wir wohnen gefunden, der sie so kurzfristig für uns produzieren konnte). Ich war sehr stolz auf sie, auch wenn die Web-Adresse leider in den Rand verrutscht ist… So hatten wir Buttons und Namensschilder für alle, die von Groß und Klein getragen… und auch Mal gelutscht wurden ;) (ähm… also von den anwesenden Babys!).

In einer lockeren Vorstellrunde haben wir unsere Erwartungen bekundet. Diese reichten von konkreten Diskussionsvorschlägen über “einfach nur Gleichgesinnte treffen” bis “einfach so, ich lass mich überraschen”. Es stellte sich heraus, dass außer einem, keiner der Väter in der Mailingliste mitliest, sondern alle von deren Gefährtinnen höchstens manche Texte “weitergeleitet” bekommen, was sie dann “möglichst” lesen…

Themenvorschläge wurden auf Karteikarten aufgeschrieben, später verglichen und auf einen Stundenplan verteilt. Dieser wurde im Laufe des Wochenendes mehrmals umgeworfen und spontan verändert – diente also eher als grobe Richtlinie und Erinnerungshilfe.

Unerzogen-ButtonsUnerzogen-Buttons

So entwickelte sich bei den Erwachsenen eine entspannte Eigendynamik: Nicht nur die Kinder konnten machen was sie wollten, sogar wir durften das ;) Es war zwar gut, dass wir einen Plan gemacht hatten und Essenszeiten festgelegt haben, aber man (ich) hatte kein komisches Gefühl, wenn man nicht kam oder später kam, oder die Zeiten umlegte, weiter diskutierte und Diskussionspunkte verwarf, etc. Schön war auch, dass es viel Raum für persönliche Gespräche gab, und auch für akuten Austauschbedarf über Praxis: “Was würdet ihr eigentlich machen, wenn eure 7-Jährigen auf dem haushohen Baugerüst spielen möchten? – Ich habe sie gerade einfach runter geschickt und gesagt, dass ich das nicht möchte…”

Soweit ich mich erinnern kann, haben wir über folgende Themen gesprochen (geplant und ungeplant) – ergänzt doch bitte ruhig in Kommentaren:

  • Gleichberechtigung zwischen Kindern und Erwachsenen – geht das überhaupt zu 100%? (Leider zu kurz drüber gesprochen)
  • Ideen zur Verbreitung der Bewegung
  • Vortrag und Diskussion über “Offenen Unterricht”
  • Wie Jugendliche an der Schule etwas verändern können
  • T-Shirt-, Aufkleber-, Buttonsprüche und -Slogans
  • Pesta-Film und Diskussion: Ideologisch behaftete Erziehung vs. gleichberechtigte *Be*ziehungen zwischen Eltern und Kind
  • Begriff “Nichterziehung”
  • es gab noch mehr… wer erinnert sich noch?

Bei den größeren Kindern ging die “Betreuungsnotwendigkeit” gegen Faktor Null – Es waren einfach jederzeit genügend Kinder da, sodass jedes Kind (soweit ich es jedenfalls mitbekommen habe), immer einen Spielkameraden zur Verfügung hatte, auch wenn einer Mal nicht mehr wollte, nicht konnte oder was anderes zu tun hatte. Die Kinder haben sich immer wieder neu und anders gruppiert.

Interessant war auch, dass schon am Freitag Nachbarskinder spontan zu Besuch kamen. Nach und nach konnte ich immer wieder beobachten, wie diese Kinder zum Teil mit der Art, mit unseren Kindern umzugehen, etwas überfordert waren: “Die will über den Zaun… das geht doch gar nicht”, oder… ”... darf deine Tochter raus?” – ”Ich weiß nicht, musst du sie fragen” – “hm… Willst du raus? Aber du hast ja gar keine Schuhe an…” Andererseits genoss es gerade “die 8-Jährige” (so wurde eine von meiner Tochter getauft), bei uns zu sein und blieb so gut wie das ganze Wochenende mit Ausnahme der Nächte da.

Die Kleinkinder unter 3 wurden so einigermaßen von allen mitbetreut. Manche Eltern hatten das Gefühl, sie hätten sich frei herum bewegen können, da auf ihre Kinder sowieso immer geachtet wurde und sie im Notfall immer gebracht wurden – ich habe da immer ein bisschen Bedenken gehabt und mich nicht so richtig getraut (eben nur mit Bedenken), weil ich vorher angeregt hatte, so eine Regelung gleich offiziell zu machen, was aber nicht so richtig ankam. Schön, dass es dann trotzdem in diese Richtung ging. Ich persönlich würde mir für das nächste Treffen wieder wünschen, dass sich wenigstens einige Eltern absprechen und so immer sicher sein können, dass ihre Kinder auch geschützt sind, wenn Man Mal rausgeht. Auch wenn das für viele “selbstverständlich” ist und Fragen ja eigentlich auch nichts kostet, würde ich mich einfach wohler fühlen :) Mal schauen, ob ich es das nächste Mal auf die Reihe kriege…

Was die Unerzogenheit der Kinder betrifft, so kann man beruhigt sein: Es gab meines Wissens weder “Frechheiten”, Respektlosigkeiten, Zerstörungen fremden Eigentums1, Verwüstung der angrenzenden Wohnung der Gastgeber, extremste Unordnung, außerordentlichen Dreck noch verschmierte Toiletten-Wände… und auch keine Machtkämpfe, Erziehungen, Schimpfe, Streitereien, Erniedrigungen, Strafen oder “ernste Worte”.

Die Kinder hatten freien Zugang zu allen Orten des Geschehens und sind so auch in Räume gegangen, wo gerade Diskussionen stattfanden – Entweder nur zum durchgehen, oder um Mama/Papa was zu zeigen oder zu fragen oder um sie zu holen… es war z.T. sehr… “bewegt”.

Besonders beeindruckend fand ich in diesem Zusammenhang dann auch, dass bei den Diskussionen unter den “Großen”, die Kleinen lediglich darüber informiert werden konnten darüber, dass wir uns unterhalten wollten: “Wir würden uns hier gerne unterhalten und hören nichts mehr, könnt ihr bitte draußen weiter spielen?” – so oder ähnlich haben wir es einige Male formuliert, wenn die Kinder irgendwie in einem Gespräch untereinander in “unserem” Raum “hängengeblieben” waren… es gab nie ein Problem! Sie sind sofort gegangen – sie mussten weder mehrmals aufgefordert werden, noch haben sie gejammert, noch fanden sie es “gemein”, noch wurde darüber diskutiert, ob es fair sei, dass wir einen ganzen Raum blockierten… Genauso wurden auch Zimmer auf Anfrage in Ruhe gelassen wo andere schliefen (wo mein Sohn zumindest schlief). Es war so herrlich unkompliziert!

Sofern ich es mitbekommen habe, gab es zwischen den größeren Kindern kaum Streit. Zwischen meinem Sohn (P.) und einem 3-Jährigen (L.) gab es ab und zu… sagen wir, “Differenzen”, was die Meinung darüber anging, wer einen bestimmten Gegenstand in der Hand halten dürfte, wir Eltern haben aber weitestgehend nicht eingegriffen. Sie haben auch meistens akzeptiert/respektiert, wenn der andere bei einer “Rangelei” (ohne Schläge, nur am Gegenstand rumgezerrt), eben “gewonnen” hatte. Ich jedenfalls habe keine größeren Dramen erlebt. Dabei war es durchaus nicht so, dass mein Sohn (der Kleinere) hatte mehr einstecken müssen, was ich irgendwie erwartet hatte – er konnte seine temporären Besitztümer aber auch ganz gut verteidigen.

So hatte z.B. an einem Morgen L. den Wasserschlauch (mit super-cooler Spritzpistole dran) ergattert, P. hatte einen Versuch gestartet, ihn zu erobern, war aber kläglich gescheitert und gab ohne Gejammer auf. Gegen Mittag lag der Schlauch ganz einsam herum und P. stürzte sich drauf, hocherfreut, zu Anfangs allerdings etwas frustiert, weil der Knopf zum Spritzen zu hart für ihn war. Ich fand eine leicht zu handhabende Einstellung für ihn und ließ ihn damit in die Mitte des Gartens… L. bekam davon Wind und startete nun auch einen Eroberungsversuch. Aber dieses Mal war P. nicht bereit, ihn abzugeben und wehrte sich vehement durch lautes “Neeein” Rufen und sich Wegdrehen. L. holte Mama zur Hilfe (oder kam sie doch von selbst?) aber auch mit ihr hatte er keinen Erfolg… Es kann sich also auch ohne Zwang zum Teilen die Waage halten… wenn man bis zum Mittag warten kann ;)

Ich habe ein bisschen Bedenken, von der besonderen Erfahrung zu berichten, die es war, einen Jugendlichen (16) dabei zu haben, weil ich ja auch nicht über die “besondere Erfahrung” berichten würde, die es war, einen, was weiß ich, 36-Jährigen dabei gehabt zu haben – und wir sind doch alle so gleichberechtigt – :D und ich weiß auch gar nicht, ob es J. überhaupt recht ist, hier als besondere Erfahrung erwähnt zu werden :) Aber so war es nun Mal, ganz besonders. Von allen wurde er (so wie ich es erlebt habe) als ganz gleichgestellt gesehen und angesprochen. Die Jüngeren sicher auch, nur die waren überhaupt nicht daran interessiert, mit uns in der Runde zu sprechen und daher hat man das gar nicht beobachten können. Insofern haben wir auch ein bisschen mitbekommen können, was heute so in der Schule passiert und wie es einen Jugendlichen berührt, was wir so treiben in Sachen Erziehung/Gleichberechtigte Eltern-Kind-Beziehungen. Unser Thema schien jedenfalls relevant zu sein, denn eine Null-Bock-Stimmung, stundenlanges am Handy hocken, alles langweilig und doof finden oder halb drogenabhängig bei den Kühen nach besonderen Pilzen zu suchen habe ich in keinster Weise vernehmen können. Im Gegenteil war J. fast bei jeder Diskussion aktiv anwesend und bereicherte sie mit seinen Argumenten, Fragen oder Beiträgen aus seiner eigenen (meist Schul-)Erfahrung. Außerdem spielte er sehr gut Gitarre und war bei den Kindern sehr beliebt. Insgesamt einfach sehr nett mit ihm. Ich habe seinen Besuch als große Ehre für uns alle empfunden – vielen Dank!

Das Haus war ein altes (kleines) Dorf-Schulgebäude, das fast fertig renoviert ist (Baugerüst zum Malern von Außen war noch wie oben angedeutet noch angebracht). Es ist groß, hell, einladend und gemütlich. Alle konnten auf Matratzen und eigenen Zimmern untergebracht werden – was zwar nicht nötig gewesen wäre, aber dennoch sehr komfortabel war und auf dankbare Gäste gestoßen ist. Ein kleines aber recht hohes Kinder-Klettergerüst mitten in einem der Zimmer erfreute alle Kinder jeden Alters und lies die Herzen der Eltern von Kleinkindern erstarren, war aber OK.

Mein eigener Sohn, derzeit 20 Monate, kletterte ohne Hilfe zwei Meter den rechten Turm (aus Leitern) hoch, krabbelte über die 2,5-Meter lange (horizontale) Leiter, die sich 2 Meter über den Boden befand, hinüber zum linken Turm, hielt sich dort mit beiden Händen an den oberen Sprossen des Turms fest, lies sich dann zwischen zwei Leitern auf die mittlere Ebene hineinfallen, und rutschte dann vergnügt die angebrachte Rutsche herunter, als sei es das normalste der Welt, als 1,5-jähriger 2 Meter über den Boden über eine dünne Leiter zu krabbeln, während die Eltern im Raum fast an einem Herzinfarkt sterben. Und dann wieder von vorn.

Da das Schulgebäude auch in Zukunft als (alternative) Schule genutzt werden soll, sind einige Klassenräume schon einigermaßen eingerichtet. So war ein Raum an zwei Wänden mit so gut wie sämtlichen Bänden von “Was-Ist-Was”-Büchern bestückt, so wie mit anderen Sachbuch-Reihen und Geschichten für Kinder. So gut wie alle 30 von uns hatten mindestens ein Mal en Was-Ist-Was-Buch in der Hand, und bei den 6- bis 8-jährigen gab es zwischendurch regelrechte Lese-Orgien, wo sie einfach nur da saßen und lasen, stapelweise Bücher um sich herum. Das war natürlich für uns Eltern ganz “Siehst-du-sie-*wollen*-doch-Bildung” ;)

Unerzogen-Buttons

A propos Bücher, es gab natürlich auch einen Bücher-Tisch (Fensterbank) mit allen möglichen Büchern zum Thema Antipädagogik und Bildungsfreiheit, was wieder Mal sehr anregend war. Olivier Keller mit “Mein Leben ist Lernen” ist mein nächstes Ziel. Übrigens habe ich vor nur ein paar Wochen Schluß mit Schule von Bertrand Stern endlich zu Ende gelesen und kann es weiterempfehlen, auch an jene, die sich vor Sachbüchern scheuen. Tue ich selbst, aber obwohl es manches Mal ein bisschen schwer zu lesen war, ist es trotzdem ein sehr spannendes und toll geschriebenes Buch.

Was die Prominenz angeht, so hatten wir die Ehre, Falko Peschel als Vortragenden bei uns zu haben. Nach einer spannenden Einführung in den “Offenen Unterricht” haben wir uns einen Film über seine Grundschulklasse angeschaut, die von einem Fernsehteam (MDR? WDR?) ein Jahr lang begleitet wurde. Der Dokumentarfilm war auch interessant, nach Herrn Peschels Erläuterungen leider z.T. leicht fehlerhaft, für den Gesamteindruck machte dies aber auch für Laien nicht viel aus (wer die Fehler noch als Kommentar ergänzen mag… ich kann mich nicht mehr genau erinnern…)

Martin Wilke war auch dabei, der unsere Diskussionen und nächtliche Gespräche mit seinen genialen Witzen und durchdachten Beiträgen ergänzt hat. Außerdem noch Sandra und Stephan Schwitalla, die Redakteure der Zeitschrift Natürlich Lernen, die vom Tologo-Verlag verlegt wird. Die Inhaber von letzterem habe ich sehr vermisst – nächtes Mal, hoffentlich! Will noch jemand verlinkt werden?...

Eingekauft wurde leider ein bisschen zu viel – woher sollte man auch wissen, wie viel man brauchen würde! Außerdem haben zwei Familien sehr kurzfristig abgesagt. Für nächtes Mal haben wir uns den Preis von 15 € pro Person für Essen gemerkt (statt wie dieses Mal 20 €, was nachträglich umgelegt wurde). Die Nebenkosten wurden statt als Festpreis als freiwillige Spende eingesammelt, und was angekommen ist, hat unsere Gastgeber nicht unglücklich gemacht, was mich sehr freut.

Unerzogen-Buttons

An Klischees haben wir auch ein paar bedient: Es waren fast alle Kinder und einige Erwachsene barfuß, einige (sehr kleine) Kinder sind zeiweise nackig rumgelaufen, gerade als es warm war und der Wasserschlauch beliebt war. Zwei Langzeitstillerinnen, viele Familienbetten, ein Wohnwagen und eine Rohkost-Esserin im Batik-T-Shirt hatten wir, aber ansonsten außer meinem Freund kaum Vegetarier, davon hatte ich mehr erwartet.

Aus schmunzelnder Entfernung konnte ich übrigens beobachten, dass die Rohkost-Schüssel der einzigen Selbstversorgerin in deren kurzer Abwesenheit, während sie noch Teller für ihren Sohn holte oder so was, von einem unserer Gastgeber unwissend als normale Salatschüssel für die Allgemeinheit deklariert wurde, woraus er sich fröhlich eine Portion entnahm – ich habe mich die ganze Zeit gefragt, ob das irgendwie “aufgeklärt” wurde oder er es nie erfahren hat und immer noch denkt, es sei leckerer (oder recht seltsamer?) Salat gewesen… und sich immer noch fragt, warum die anderen sich nichts genommen haben und die eigentliche Eigentümerin die ganze “Salatschüssel” für sich alleine beanspruchte ;) hihihi… (na gut, ich weiß nicht, ob er nicht zufällig vorher gefragt hatte…).

Zum Abschied schlug jemand vor, zusammen ein Lied zu singen, was mir soooo Klischeehaft und 70-er-Jahre-Komunen-mäßig erschien, dass ich jetzt noch drüber schmunzeln muss, aber es war dann doch total cool, weil sie uns einen leicht zu lernenden Abschieds-Kanon beibrachte, der sehr schön klang und spaß machte. Gerne wieder, beim nächsten Mal, wehe du initiierst es nicht noch Mal, nur weil ich es 70-er-Jahre-mäßig fand! ;)

Was ich für mich aus dem Treffen gezogen habe (ich hatte ein paar Erkenntnisse), will mir jetzt um 3:54 nicht einfallen ;), aber wenn es mir wieder einfällt, schreibe ich es als Kommentar rein. Ich will nicht noch Mal bis morgen warten, sonst wird der Bericht nie gebloggt!

Soweit dies nicht nur meine Idee war, habe ich es glaube ich richtig verstanden, dass wir uns gerne mind. zwei Mal im Jahr treffen würden, gerne am selben Ort. Das nächste Mal gerne im Winter. Änderungen beim nächsten Mal werden eventuell sein:

  • bekannter und fester Preis (zumindest fürs Essen), im Voraus zahlen
  • Diskussionen und/oder Voträge auf Video oder Audio für die Öffentlichkeit aufnehmen
  • mehr Plätze zur Vefügung, dafür aber vielleicht mehr Familien in einem Raum auf Iso-Matten und Schlafsäcken; im Sommer Zelten
  • ... oder doch gleichbleibende Zahl, dafür unbedingt verbindliche Anmeldung?
  • feste Programmpunkte für Aktivitäten mit den Kindern

  • Das Brainstorming für weitere Vorschläge ist eröffnet! Einfach die Kommentarfunktion nutzen.

Ansonsten ergänzt gerne mit euren Erfahrungsberichten und Einfällen, und wer sich noch an die Diskussionen und deren Ergebnisse erinnert – ergänzt doch bitte!

Es war ein tolles Wochenende. Alle, die nicht kommen konnten, haben auf jeden Fall was verpasst! Wer jetzt schon Lust gekriegt hat, und sofort in den Verteiler der Organisation fürs nächste Treffen aufgenommen werden will, melde sich per E-Mail…

1 Oh, da war doch was… meine Tochter und ihr Spielkamerade hatten scheinbar stundenlang einen Riesenspaß damit, die restlichen Namenschilder (Aufkleber) im ganzen Haus zu verkleben, auf Menschen, Stühlen, Tischen, Pflanzen… Weltkarten :( ... was ich gesehen habe, habe ich alles wegmachen können, ich hoffe, es ist nirgends so ein doofer Aufkleber-Fleck geblieben, den man nur schwer wieder wegkriegt. Zerstörungswille war es jedoch sicher nicht…

2 Kommentare zu “Das 1. Unerzogen-Treffen zu Pfingsten 2007”

schööööööön. danke für deinen bericht johanna.

für mich war es ein prima wochenende. ich war mit meinem freund da – ohne unsere gesammelte kinderschar. ich fand es von der ersten minute an einfach entspannend. ankommen und wohlfühlen trifft es für mich ;).
wieder mal konnte ich an mir selbst erfahren wie bereichernd sich eine erziehungsfreie atmosphäre auf mein gesamtbefinden auswirkt. ich hab ja erziehungsfreie atmosphäre sozusagen immer dabei, weil ich eben schon viele, viele jahre diese lebenshaltung praktiziere und ich gar nicht mehr anders kann als erziehungsfrei zu sein und doch spüre ich einen unterschied, wenn ich von einer größeren gruppe – insbesondere auch junger – menschen umgeben bin, die einen erziehungsfreien umgang mit sich und ihren mitmenschen pflegen.

es gab so vieles zu beobachten in mir selbst und bei anderen. gleich am ersten abend konnte ich wieder mal sehen, wie tief meine eigene sozialisationsgeschichte in mir verankert ist. als kind regelmäßig von den großen am streiten durch gewaltsame befriedung gehindert, hatte ich beim beobachten einer auch auf der körperebene ausgetragenen streitigkeit zwischen 2 mädchen von 5 und 6 jahren, immer wieder den impuls einzugreifen. da aber alle anwesenden “das ist okay, das ist deren angelegenheit” ausstrahlten, konnte ich diesen impuls friedlich bei mir beobachten, ohne ihm nachzugeben :-D. die beiden mädels hatten ihren streit dann irgendwann geklärt und spielten im verlauf des weiteren wochenendes friedlich zusammen.

sehr spannend und anregend fand ich vortrag und film über offenen unterricht. die doku war übrigens vom wdr – siehe hier: http://www.wdr.de/tv/menschen-hautnah/archiv/2005/06/29.phtml . hier gibt es auch ein wdr feature zum thema: http://www.wdr5.de/sendungen/featureserie/468571.phtml (auf der seite ist der text der sendung als pdf-datei zum download bereitgestellt).
soweit ich das verstanden hatte, gab es in der doku keine fehlinfos, sondern in dem kinderinterview, das bestandteil einer anderen sendung oder der vorankündigung der doku war. da sagte ein junge, dass er es gut fände, dass in der klasse nur 17 kinder seien. aber das stimmte nicht (die klassenstärke lag bei 25 kindern) und das wurde nicht richtig gestellt. was schade ist, weil diese aussage schnell nach sich zieht, dass argumentiert wird, “ja, ist schön und gut dieser unterricht, aber in einer normalen klasse sind viel mehr kinder, da geht das schon nicht mehr.”

ich fand die anwesenden menschen, die tiere, das gebäude, die umgebung, die landschaft und das wetter toll. ich hab es genossen tun und lassen zu können was ich will. barfuß laufen – i just love it. unter bäumen rumliegen, in den himmel schauen und freundliche menschen um mich rum haben. ich habe die gespräche und begegnungen genossen – insbesondere auch die mit den ganz jungen menschen. ich hab es genossen gefahrlos ich selbst sein zu können. besonders entspannend finde ich es immer wieder, wenn ich nicht “höflich” zu sein brauche. wenn ich ein gespräch, dass mir langweilig wird einfach abbrechen kann, ohne dass sich mein gegenüber deswegen von mir “verletzt” fühlt.

ach, leute, ich komme schon wieder ins schwelgen. das wochenende war eindeutig zu kurz, wann ist der nächste termin?

herzlich
moca

[...] Wer noch Mal in Erinnerungen schwelgen will, oder wissen möchte, was bei einem Unerzogen Treffen so passiert, kann hier noch Mal nachlesen: 1. unerzogen-Treffen an Pfingsten 2007 [...]

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