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	<title>Kommentare zu: Kein Zweck heiligt Zwang</title>
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	<description>Respektvoller Umgang mit Kindern</description>
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		<item>
		<title>Von: Stefan Sedlaczek</title>
		<link>http://www.unerzogen.de/weblog/2008/12/05/kein-zweck-heiligt-zwang/comment-page-1/#comment-13668</link>
		<dc:creator>Stefan Sedlaczek</dc:creator>
		<pubDate>Tue, 19 May 2009 01:22:56 +0000</pubDate>
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		<description>@Benni
Der Unterschied zwischen Eigentum und Besitz ist mir durchaus bekannt und klar: So kann ein Räuber etwas besitzen, was mir gehört.
Eigentum als anerkannte Verfügungsgewalt geht allerdings tatsächlich über die Neuzeit hinaus und auch - historisch und geschichtlich - über das sogenannte römische Recht hinaus (Justinian ist gemeint?!). Eigentum begründet sich in der Existenz des Selbst. Wer dies leugnen mag, möge seinen Leib und was sonst noch an ihm oder in ihm sein mag, einem anderen - vorzugsweise mir - zur Verfügung stellen. Wer sich nicht selbst gehört, sollte zum Thema Eigentum schweigen.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>@Benni<br />
Der Unterschied zwischen Eigentum und Besitz ist mir durchaus bekannt und klar: So kann ein Räuber etwas besitzen, was mir gehört.<br />
Eigentum als anerkannte Verfügungsgewalt geht allerdings tatsächlich über die Neuzeit hinaus und auch &#8211; historisch und geschichtlich &#8211; über das sogenannte römische Recht hinaus (Justinian ist gemeint?!). Eigentum begründet sich in der Existenz des Selbst. Wer dies leugnen mag, möge seinen Leib und was sonst noch an ihm oder in ihm sein mag, einem anderen &#8211; vorzugsweise mir &#8211; zur Verfügung stellen. Wer sich nicht selbst gehört, sollte zum Thema Eigentum schweigen.</p>
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	<item>
		<title>Von: Maurice</title>
		<link>http://www.unerzogen.de/weblog/2008/12/05/kein-zweck-heiligt-zwang/comment-page-1/#comment-13627</link>
		<dc:creator>Maurice</dc:creator>
		<pubDate>Thu, 30 Apr 2009 17:02:40 +0000</pubDate>
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		<description>Ja, den gibt es. Kann man jetzt über den Browser direkt oder über den Link im Footer abonnieren.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Ja, den gibt es. Kann man jetzt über den Browser direkt oder über den Link im Footer abonnieren.</p>
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	</item>
	<item>
		<title>Von: Johanna</title>
		<link>http://www.unerzogen.de/weblog/2008/12/05/kein-zweck-heiligt-zwang/comment-page-1/#comment-13626</link>
		<dc:creator>Johanna</dc:creator>
		<pubDate>Thu, 30 Apr 2009 16:48:14 +0000</pubDate>
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		<description>Lieber Benni, 

RSS für Kommentare ist schon lange eingestellt: Unter allen Artikeln steht: &quot;Kommentare zu diesem Artikel können per RSS 2.0 feed beobachtet werden.&quot;

... ich ergründe gerade, ob und wie ein General-RSS-Feed für sämtliche Kommentare möglich ist. 

Grüße
Johanna</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Lieber Benni, </p>
<p>RSS für Kommentare ist schon lange eingestellt: Unter allen Artikeln steht: &#8220;Kommentare zu diesem Artikel können per RSS 2.0 feed beobachtet werden.&#8221;</p>
<p>... ich ergründe gerade, ob und wie ein General-RSS-Feed für sämtliche Kommentare möglich ist. </p>
<p>Grüße<br />
Johanna</p>
]]></content:encoded>
	</item>
	<item>
		<title>Von: Benni</title>
		<link>http://www.unerzogen.de/weblog/2008/12/05/kein-zweck-heiligt-zwang/comment-page-1/#comment-13612</link>
		<dc:creator>Benni</dc:creator>
		<pubDate>Mon, 27 Apr 2009 16:52:29 +0000</pubDate>
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		<description>Spät komme ich wieder. Leider fehlt hier eine Möglichkeit mitzukriegen, wenn man Antworten kriegt. RSS für Kommentare oder email-Benachrichtigung wäre prima.

@Stefan: Du machst den Kardinalfehler aller Liberalen: Ihr bezeichnet &quot;Eigentum&quot; als etwas überhistorisches. Tatsächlich ist es das aber nicht. &quot;Eigentum&quot; als eine Vorstellung absoluten Verfügens gibt es erst in der Neuzeit (mit Vorläufern im römischen Recht). Diese Vorstellung wurde tatsächlich über Jahrhunderte hinweg gewaltsam durchgesetzt. Außerdem ist es enorm wichtig zwischen Eigentum und Besitz zu unterscheiden. Hier ist das besser erklärt, als ich es könnte: http://www.rosalux.de/cms/index.php?id=16413</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Spät komme ich wieder. Leider fehlt hier eine Möglichkeit mitzukriegen, wenn man Antworten kriegt. RSS für Kommentare oder email-Benachrichtigung wäre prima.</p>
<p>@Stefan: Du machst den Kardinalfehler aller Liberalen: Ihr bezeichnet &#8220;Eigentum&#8221; als etwas überhistorisches. Tatsächlich ist es das aber nicht. &#8220;Eigentum&#8221; als eine Vorstellung absoluten Verfügens gibt es erst in der Neuzeit (mit Vorläufern im römischen Recht). Diese Vorstellung wurde tatsächlich über Jahrhunderte hinweg gewaltsam durchgesetzt. Außerdem ist es enorm wichtig zwischen Eigentum und Besitz zu unterscheiden. Hier ist das besser erklärt, als ich es könnte: <a href="http://www.rosalux.de/cms/index.php?id=16413" rel="nofollow">http://www.rosalux.de/cms/index.php?id=16413</a></p>
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	</item>
	<item>
		<title>Von: Jan Nolte</title>
		<link>http://www.unerzogen.de/weblog/2008/12/05/kein-zweck-heiligt-zwang/comment-page-1/#comment-13134</link>
		<dc:creator>Jan Nolte</dc:creator>
		<pubDate>Sat, 07 Mar 2009 11:05:36 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://www.unerzogen.de/weblog/2008/12/05/kein-zweck-heiligt-zwang/#comment-13134</guid>
		<description>Grundsätzlich deckt sich ja mein Denken mit dem der Voluntaristen. Aber wenn eine Hand voll Menschen im Besitz des Bodens ist, sind alle anderen Menschen automatisch abhängig von dieser Hand voll. Somit ergäben sich auch im Anarcho-Kapitalismus früher oder später die Zwänge, die wir vom Staatkapitalismus, Sozialismus und Realkommunismus schon kennen.

Und warum den ganzen Tag an den Broterwerb verschwenden (Ware herstellen, werben, verkaufen) und die eigene Existenz und die der Familie davon abhängig machen? Der Anarcho-Kommunist Darwin Dante ( http://5-stunden-woche.de/ ) hat errechnet, dass bereits 5 Stunden pro Woche Arbeit ausreichen um den jetzigen Wohlstand in Deutschland bei zu behalten. Nötig dafür wäre die Vollindustrialisierung und -automatisierung, die Verlängerung der Haltbarkeit der Waren und die Abschaffung des Geldsystems ( http://5-stunden-woche.de/seite8.htm ). Das sind aber alles Dinge die einen freien Markt unmöglich machen.
Klar ist man in so einem System auch abhängig von anderen und muss Kompromisse schließen. Aber um bestimmte Dinge herzustellen braucht man nun mal andere Menschen (ihre Arbeitskraft, ihr Know-How). Aber man kann wenigstens (per Direktdemokratie von unten nach oben) mitbestimmen und ist nicht davon abhängig was einem die Hersteller auf dem freien Markt vorsetzen.
Außerdem kann auch hier jeder das behalten, das er erworben hat. Nur ist hier der Besitz ausschließlich für den Eigenbedarf bestimmt  (dessen Höhe aber wiederum jeder für sich selbst festlegen kann).
Auf diese Weise befreit man sich von den Zwängen, die der Brot- und Luxuserwerb auf einem freien Markt mit sich bringt, ohne auf etwas verzichten oder andere übervorteilen zu müssen. Das verstehe ich unter wirklicher Freiheit. Denn bei nur fünf Stunden Arbeit pro Woche kann man den Rest der Zeit machen was man will. Die Möglichkeiten die sich dadurch gesellschaftlich und kulturell ergeben sind dann fast grenzenlos.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Grundsätzlich deckt sich ja mein Denken mit dem der Voluntaristen. Aber wenn eine Hand voll Menschen im Besitz des Bodens ist, sind alle anderen Menschen automatisch abhängig von dieser Hand voll. Somit ergäben sich auch im Anarcho-Kapitalismus früher oder später die Zwänge, die wir vom Staatkapitalismus, Sozialismus und Realkommunismus schon kennen.</p>
<p>Und warum den ganzen Tag an den Broterwerb verschwenden (Ware herstellen, werben, verkaufen) und die eigene Existenz und die der Familie davon abhängig machen? Der Anarcho-Kommunist Darwin Dante ( <a href="http://5-stunden-woche.de/" rel="nofollow">http://5-stunden-woche.de/</a> ) hat errechnet, dass bereits 5 Stunden pro Woche Arbeit ausreichen um den jetzigen Wohlstand in Deutschland bei zu behalten. Nötig dafür wäre die Vollindustrialisierung und -automatisierung, die Verlängerung der Haltbarkeit der Waren und die Abschaffung des Geldsystems ( <a href="http://5-stunden-woche.de/seite8.htm" rel="nofollow">http://5-stunden-woche.de/seite8.htm</a> ). Das sind aber alles Dinge die einen freien Markt unmöglich machen.<br />
Klar ist man in so einem System auch abhängig von anderen und muss Kompromisse schließen. Aber um bestimmte Dinge herzustellen braucht man nun mal andere Menschen (ihre Arbeitskraft, ihr Know-How). Aber man kann wenigstens (per Direktdemokratie von unten nach oben) mitbestimmen und ist nicht davon abhängig was einem die Hersteller auf dem freien Markt vorsetzen.<br />
Außerdem kann auch hier jeder das behalten, das er erworben hat. Nur ist hier der Besitz ausschließlich für den Eigenbedarf bestimmt  (dessen Höhe aber wiederum jeder für sich selbst festlegen kann).<br />
Auf diese Weise befreit man sich von den Zwängen, die der Brot- und Luxuserwerb auf einem freien Markt mit sich bringt, ohne auf etwas verzichten oder andere übervorteilen zu müssen. Das verstehe ich unter wirklicher Freiheit. Denn bei nur fünf Stunden Arbeit pro Woche kann man den Rest der Zeit machen was man will. Die Möglichkeiten die sich dadurch gesellschaftlich und kulturell ergeben sind dann fast grenzenlos.</p>
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	</item>
	<item>
		<title>Von: Stefan Sedlaczek</title>
		<link>http://www.unerzogen.de/weblog/2008/12/05/kein-zweck-heiligt-zwang/comment-page-1/#comment-13058</link>
		<dc:creator>Stefan Sedlaczek</dc:creator>
		<pubDate>Sun, 01 Mar 2009 21:26:59 +0000</pubDate>
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		<description>Postscriptum: Wer ist der Stärkste zur Zeit in Deutschland? Und: Hat er recht?</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Postscriptum: Wer ist der Stärkste zur Zeit in Deutschland? Und: Hat er recht?</p>
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	</item>
	<item>
		<title>Von: Stefan Sedlaczek</title>
		<link>http://www.unerzogen.de/weblog/2008/12/05/kein-zweck-heiligt-zwang/comment-page-1/#comment-13056</link>
		<dc:creator>Stefan Sedlaczek</dc:creator>
		<pubDate>Sun, 01 Mar 2009 19:49:05 +0000</pubDate>
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		<description>Hallo Heiko,

das &quot;Recht des Stärkeren&quot; bedarf einer Begründung und Anerkennung, Recht zu sein. Die Macht des Stärkeren nicht. 
Im Grunde genommen sind die Wortführer dieses &quot;Spruches&quot; fatalistisch: der Stärkere setzt sich eben durch, ohne nach irgendeinem Recht zu fragen. Diese Weltsicht ist ja durchaus weit verbreitet. Schaut man etwas genauer hin, dann ist der Ausdruck &quot;Stärkere&quot; selbst relativ. Es hilft tatsächlich, sich die Frage zu stellen, wer, wann, wo und wie lange (!), also unter welchen Bedingungen, der &quot;Stärkere&quot; ist. Die Frage &quot;wer&quot; impliziert auch die Frage nach Verbünden.
Das wird spannend, nimmt man weitere Überlegungen vor.

Viele Grüße
Stefan</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Hallo Heiko,</p>
<p>das &#8220;Recht des Stärkeren&#8221; bedarf einer Begründung und Anerkennung, Recht zu sein. Die Macht des Stärkeren nicht. <br />
Im Grunde genommen sind die Wortführer dieses &#8220;Spruches&#8221; fatalistisch: der Stärkere setzt sich eben durch, ohne nach irgendeinem Recht zu fragen. Diese Weltsicht ist ja durchaus weit verbreitet. Schaut man etwas genauer hin, dann ist der Ausdruck &#8220;Stärkere&#8221; selbst relativ. Es hilft tatsächlich, sich die Frage zu stellen, wer, wann, wo und wie lange (!), also unter welchen Bedingungen, der &#8220;Stärkere&#8221; ist. Die Frage &#8220;wer&#8221; impliziert auch die Frage nach Verbünden.<br />
Das wird spannend, nimmt man weitere Überlegungen vor.</p>
<p>Viele Grüße<br />
Stefan</p>
]]></content:encoded>
	</item>
	<item>
		<title>Von: Heiko Cochius</title>
		<link>http://www.unerzogen.de/weblog/2008/12/05/kein-zweck-heiligt-zwang/comment-page-1/#comment-13039</link>
		<dc:creator>Heiko Cochius</dc:creator>
		<pubDate>Fri, 27 Feb 2009 16:53:03 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://www.unerzogen.de/weblog/2008/12/05/kein-zweck-heiligt-zwang/#comment-13039</guid>
		<description>Hallo Johanna,
ich nehme die Herausforderung mal auf:
&quot;Das Recht des Stärkeren&quot; ist genauer gesagt &quot;die Macht des Stärkeren&quot;. Die ist faktisch vorhanden, insofern auch &quot;natürlich&quot;. Nun gibt es zwei Möglichkeiten, zwischen denen - fürchte ich - sich &quot;Dein Naturrechtler&quot; entscheiden muss.
1. Es gibt keine objektiv gültige Moral. Man lebt und verfolgt seine jeweiligen Interessen, indem man seine Macht (z. B. Intelligenz, Wissen, Kraft, Ausdauer, Geld) nutzt.
Jemand, der als &quot;Stärkerer&quot; über seine Kinder bestimmt, würde das tun, weil es vermeintlich seinen Interessen dient. Es wäre aber nicht natürlicher als jemand, der auf des Fremdbestimmen verzichtet, weil er es klüger findet und es ihn glücklicher macht. Beide würden auf ihrer Art ihrer Vorstellung von Eltern-Kind-Beziehungen nachgehen.
Wenn der Fremdbestimmer aber nun sagt, er müßte dies tun, weil er die Kinder gut machen will, geht er von einer Moral aus, und zwar einer, in der andere nicht übermäßig unterdrückt werden sollen. Damit sind wir bei Möglichkeit 2.
2. Es gibt eine objektiv gültige Moral. Der Vorschlag &quot;Deines Naturrechtlers&quot; ist, dass man Kinder durch Staat, Beschulung und Erziehung zwingen darf, wenn sie dadurch gute Menschen werden.
Das große Problem dabei ist: Wie kann man Zwang gegen jemanden, der nicht einverstanden ist, moralisch rechtfertigen? Ich wüßte nicht, wie das geht. Schiere Stärke scheint mir auf jeden Fall kein moralisch relevantes Kriterium zu sein. Wenn doch, müßte der 17-jährige, der schließlich stärker (worin auch immer) als sein Vater ist, über diesen bestimmen dürfen, um ihn moralisch zu bessern. Ob der sich das so gedacht hat?
Wenn man Selbsteigentum akzeptiert, und das ist schwer zu bestreiten, dann sehe ich keinen Weg zu einem moralischen Zwang.

Also bleibt für den Fremdbestimmer nur die amoralische Lösung: Zur Hölle mit der Moral, ich will es einfach. Aber dann kann er auch keine moralischen Verpflichtungen für andere aufstellen, bei fremdbestimmender Erziehung und Staat und Beschulung mitzumachen.

Ich stelle mir vor, dass das &quot;Recht des Stärkeren&quot; aus der Vergangenheit kommt. Es war sehr viel so, dass die Mächtigeren mit (unmoralischer) Gewalt ihre Vorstellungen durchgesetzt und es mit moralischen Argumenten verschleiert haben. Je klarer man sieht, dass Zwang unmoralisch ist, desto leichter kann man sehen, dass die Mächtigeren uns verkohlt haben.

Ich hoffe, das erhellt die Sache.

Herzliche Grüße
Heiko</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Hallo Johanna,<br />
ich nehme die Herausforderung mal auf:<br />
&#8220;Das Recht des Stärkeren&#8221; ist genauer gesagt &#8220;die Macht des Stärkeren&#8221;. Die ist faktisch vorhanden, insofern auch &#8220;natürlich&#8221;. Nun gibt es zwei Möglichkeiten, zwischen denen &#8211; fürchte ich &#8211; sich &#8220;Dein Naturrechtler&#8221; entscheiden muss.<br />
1. Es gibt keine objektiv gültige Moral. Man lebt und verfolgt seine jeweiligen Interessen, indem man seine Macht (z. B. Intelligenz, Wissen, Kraft, Ausdauer, Geld) nutzt.<br />
Jemand, der als &#8220;Stärkerer&#8221; über seine Kinder bestimmt, würde das tun, weil es vermeintlich seinen Interessen dient. Es wäre aber nicht natürlicher als jemand, der auf des Fremdbestimmen verzichtet, weil er es klüger findet und es ihn glücklicher macht. Beide würden auf ihrer Art ihrer Vorstellung von Eltern-Kind-Beziehungen nachgehen.<br />
Wenn der Fremdbestimmer aber nun sagt, er müßte dies tun, weil er die Kinder gut machen will, geht er von einer Moral aus, und zwar einer, in der andere nicht übermäßig unterdrückt werden sollen. Damit sind wir bei Möglichkeit 2.<br />
2. Es gibt eine objektiv gültige Moral. Der Vorschlag &#8220;Deines Naturrechtlers&#8221; ist, dass man Kinder durch Staat, Beschulung und Erziehung zwingen darf, wenn sie dadurch gute Menschen werden.<br />
Das große Problem dabei ist: Wie kann man Zwang gegen jemanden, der nicht einverstanden ist, moralisch rechtfertigen? Ich wüßte nicht, wie das geht. Schiere Stärke scheint mir auf jeden Fall kein moralisch relevantes Kriterium zu sein. Wenn doch, müßte der 17-jährige, der schließlich stärker (worin auch immer) als sein Vater ist, über diesen bestimmen dürfen, um ihn moralisch zu bessern. Ob der sich das so gedacht hat?<br />
Wenn man Selbsteigentum akzeptiert, und das ist schwer zu bestreiten, dann sehe ich keinen Weg zu einem moralischen Zwang.</p>
<p>Also bleibt für den Fremdbestimmer nur die amoralische Lösung: Zur Hölle mit der Moral, ich will es einfach. Aber dann kann er auch keine moralischen Verpflichtungen für andere aufstellen, bei fremdbestimmender Erziehung und Staat und Beschulung mitzumachen.</p>
<p>Ich stelle mir vor, dass das &#8220;Recht des Stärkeren&#8221; aus der Vergangenheit kommt. Es war sehr viel so, dass die Mächtigeren mit (unmoralischer) Gewalt ihre Vorstellungen durchgesetzt und es mit moralischen Argumenten verschleiert haben. Je klarer man sieht, dass Zwang unmoralisch ist, desto leichter kann man sehen, dass die Mächtigeren uns verkohlt haben.</p>
<p>Ich hoffe, das erhellt die Sache.</p>
<p>Herzliche Grüße<br />
Heiko</p>
]]></content:encoded>
	</item>
	<item>
		<title>Von: Stefan Sedlaczek</title>
		<link>http://www.unerzogen.de/weblog/2008/12/05/kein-zweck-heiligt-zwang/comment-page-1/#comment-12842</link>
		<dc:creator>Stefan Sedlaczek</dc:creator>
		<pubDate>Fri, 06 Feb 2009 11:32:43 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://www.unerzogen.de/weblog/2008/12/05/kein-zweck-heiligt-zwang/#comment-12842</guid>
		<description>Liebe Johanna,

soviel vorweg: dieser Sicht der Dinge ist eine ganze Menge zu entgegnen. Meine Haltung ist dies nicht. Zur Sache habe ich mir einige Notizen gemacht und komme gerne ausführlich in einem dann etwas längerem Beitrag darauf zurück; zur umgehenden Ausarbeitung fehlt gerade die Zeit, da unaufschiebbare Dinge der Erledigung harren.

Herzliche Grüße
Stefan</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Liebe Johanna,</p>
<p>soviel vorweg: dieser Sicht der Dinge ist eine ganze Menge zu entgegnen. Meine Haltung ist dies nicht. Zur Sache habe ich mir einige Notizen gemacht und komme gerne ausführlich in einem dann etwas längerem Beitrag darauf zurück; zur umgehenden Ausarbeitung fehlt gerade die Zeit, da unaufschiebbare Dinge der Erledigung harren.</p>
<p>Herzliche Grüße<br />
Stefan</p>
]]></content:encoded>
	</item>
	<item>
		<title>Von: Johanna</title>
		<link>http://www.unerzogen.de/weblog/2008/12/05/kein-zweck-heiligt-zwang/comment-page-1/#comment-12832</link>
		<dc:creator>Johanna</dc:creator>
		<pubDate>Wed, 04 Feb 2009 22:39:29 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://www.unerzogen.de/weblog/2008/12/05/kein-zweck-heiligt-zwang/#comment-12832</guid>
		<description>Hallo Stefan, 

danke für deinen Beitrag. 

bq. Woher soll dieses kommen? Woher soll das Recht kommen, andere fremdzubestimmen? Und wer soll dieses Recht haben, wer nicht?

Ich habe mich mal mit jemanden unterhalten, der behauptete, dass quasi im Endeffekt sowieso immer nur das &quot;Recht des Stärkeren&quot; gilt, denn wer es schafft, über den anderen zu bestimmen, der schafft es eben einfach und &quot;fertig&quot;. Das wäre überall und schon immer so -- auch wenn derjenige, der das sagte, das moralisch natürlich nicht in Ordnung findet -- wäre es eben Tatsache und von daher könnte man das als &quot;natürlich&quot; bezeichnen (Verweis auch auf Tierreich). Insofern wäre es bei den Beziehungen zwischen Erwachsenen und Kindern eben gerade total &quot;natürlich&quot;, wenn eben der &quot;Stärkere&quot;, sprich der Erwachsene, über das Kind bestimmt. Aus diesem &quot;moralisch nicht in Ordnung&quot; finden, leitet der Urheber dieses Arguments auch ab, dass Menschen eben erzogen werden müssen, denn wie man eben &quot;sieht&quot;, herrscht im Grunde &quot;das Recht des Stärkeren&quot; und damit die Schwächeren nicht unterdrückt werden (oder unverhältnismäßig viel, denn Kinder zu unterdrücken ist im Rahmen quasi in Ordnung, sofern es dem guten Zweck des Gutwerdens dient), müssten Staat; Erziehung und Beschulung eben dafür sorgen. 

Was sagst du dazu?

Liebe Grüße
Johanna</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Hallo Stefan, </p>
<p>danke für deinen Beitrag. </p>
<blockquote>
<p>Woher soll dieses kommen? Woher soll das Recht kommen, andere fremdzubestimmen? Und wer soll dieses Recht haben, wer nicht?</p>
</blockquote>
<p>Ich habe mich mal mit jemanden unterhalten, der behauptete, dass quasi im Endeffekt sowieso immer nur das &#8220;Recht des Stärkeren&#8221; gilt, denn wer es schafft, über den anderen zu bestimmen, der schafft es eben einfach und &#8220;fertig&#8221;. Das wäre überall und schon immer so&#8212;auch wenn derjenige, der das sagte, das moralisch natürlich nicht in Ordnung findet&#8212;wäre es eben Tatsache und von daher könnte man das als &#8220;natürlich&#8221; bezeichnen (Verweis auch auf Tierreich). Insofern wäre es bei den Beziehungen zwischen Erwachsenen und Kindern eben gerade total &#8220;natürlich&#8221;, wenn eben der &#8220;Stärkere&#8221;, sprich der Erwachsene, über das Kind bestimmt. Aus diesem &#8220;moralisch nicht in Ordnung&#8221; finden, leitet der Urheber dieses Arguments auch ab, dass Menschen eben erzogen werden müssen, denn wie man eben &#8220;sieht&#8221;, herrscht im Grunde &#8220;das Recht des Stärkeren&#8221; und damit die Schwächeren nicht unterdrückt werden (oder unverhältnismäßig viel, denn Kinder zu unterdrücken ist im Rahmen quasi in Ordnung, sofern es dem guten Zweck des Gutwerdens dient), müssten Staat; Erziehung und Beschulung eben dafür sorgen. </p>
<p>Was sagst du dazu?</p>
<p>Liebe Grüße<br />
Johanna</p>
]]></content:encoded>
	</item>
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