André Stern überzeugt sie alle!

Johanna, 17.01.2010

In der Sendung Kölner Treff erzählt André Stern sehr überzeugend von seinen Erfahrungen als Freilerner. Interessanterweise sind auch alle anderen eingeladenen Gäste von der Idee begeistert. Nach der Stimmung im Studio zu urteilen – auch des Publikums – müsste die Schulpflicht wirklich bald ins Wanken geraten.

Wenn dies noch innerhalb der nächsten 15 Jahre passiert, könnte durchaus noch eines meiner Kinder davon profitieren. Kann doch nicht sein, dass es mehr als 15 Jahre dauert, oder???

Seufz….

3 Kommentare zu “André Stern überzeugt sie alle!”

15 Jahre ist für uns zu spät. Wir versuchen Schule und Freilernerei zu kombinieren. Man darf die Schule und die Schulpflicht nur nicht so ernst nehmen.

Ich lese mit Begeisterung das Magazin, insbesondere Artikel über Erziehung, Nichterziehung und Unschooling. Ich bin vom Unschooling sehr begeistert, weiss aber nicht, welche Alternativen es tatsächlich zum Schulsystem/ Schulpflicht gibt. Antwort dazu wäre jetzt sicherlich Freilerner und Homeschooling, aber ich habe absolut keine Ahnung, wie ich meinem Sohn das ermöglichen kann. Ich bin voll berufstätig und sehe mich persönlich nicht in der Lage ihn zu Hause zu unterrichten und zu “schulen”.
Antworten darauf fehlen mir ein bisschen in ihren Artikeln.

> Ich habe absolut keine Ahnung, wie ich meinem Sohn das ermöglichen kann.

Es herrscht der Glaube vor, Unschooling wäre eine Sache, in der Eltern ihre Kinder zum Unterricht zwingen. Insofern dies vorherrscht, reden wir aber von Homeschooling und nicht von Unschooling. Unschooling heißt, dass das Kind selbst lernt, z.B. indem es selbst Materialien hat, mit denen es umgeht, z.B. Bücher, Papier, Stifte, Meer, Sand, Computer, Holz, Wind, Wasser etc.. Zum Lernen braucht es ferner Fantasie und Neugierde, quasi ein Willen zum Wissen. Diesen kann er mit mit Verwandten, mit Oma, Opa, Onkel, Bruder, mit gleichaltrigen Freunden oder mit einem Hauslehrer in Erfahrungen bringen. Durch die Kombination aus Wissen und Erfahrung, durch die Reflexion der beiden Aspekte entsteht Bildung. In der Schule findet diese nicht statt, da weder die Materialien dazu zur Verfügung stehen, noch die Menschen, mit denen man Erfahrungen teilen kann, sondern nur ein Lehrer, dem man (ver)folgen muss. Kurz: Glaube nicht, dass du die einige Instanz bist, die lehrt, schult oder sozialisiert.

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