Super Mario Fan
Seit einigen Wochen ist bei uns Super Mario in. Mein 4-jähriger Sohn beobachtete seine 10-jährige Schwester, wie diese “Super Mario Galaxy” auf der Wii-Konsole spielte, und wollte das auch spielen. Mit den Controllern der Konsole kam er nur mit Hilfe zurecht (ich übernehme die Sprünge, er läuft, das klappt ganz gut). Da ich nicht immer dann, wenn er Lust hatte, mit ihm spielen konnte, hat er angefangen, sich die “Walkthroughs” (und Trailer und allerlei Super Mario Videos) auf Youtube anzuschauen.
Seitdem ist er nur noch “Super Mario”, und hüpft wie dieser, singt die Lieder etc. Dass das langsam langweilig wurde, haben wir seit einigen Tagen festgestellt: Er schaute das nicht mehr so häufig, sondern auch Mal Spongebob – und sowieso sind Bücher und Buchstaben/Lesen zur Zeit sehr beliebt, was uns sehr freut, denn die Musik ging uns schon auf den Geist.
Auf der Konsole kann man aber auch ganz alte einfache 2-D-Spiele emulieren, da packte mich die Nostalgie – die hab ich mitgespielt (wir sind noch nicht durch, aber schon auf World 2!)
Das sieht dann eben so aus:
Ich wollte ja schon immer ein gutes Beispiel dafür haben, wie sich PC-Spielen oder Fernsehen auf das “Real-Life” umwandeln lässt. Wenn Unschooling-Skeptiker Angst haben, dass ihre Kinder zu viel Video-Spiele spielen, wird ja häufig vorgeschlagen, die Lieblingssendungen oder -spiele irgendwie ins nicht-virtuelle Leben zu übertragen: Bücher lesen, malen, basteln, drüber reden, Ausflüge etc.
Da wir diesbezüglich nicht so viel Angst haben, machen wir so was meist nicht extra (es sei denn es packt uns doch mal die Sorge), ich versuche es aber möglichst in meinen Arbeitsalltag einzubauen, dass ich auf die Wünsche der Kinder eingehen kann, wenn er mit etwas von selbst kommt.
Heute hat mein Sohn das Spiel in unsere Wohnung übertragen: Ich sollte “Lööös” basteln (diese Quader, auf die Super Mario von unten durch Hüpfen drückt, um Münzen zu sammeln, und die so ein Geräusch machen: “LööÖÖ”) – und Pilze (zum Größer werden), Sterne (zum unschlagbar sein), Blumen (zum schießen), eine “Feder” (eigentlich ist es ein Blatt, aber er identifiziert das als Feder), um zum Eichhörnchen/Katze zu werden (mit Schwanz und Ohren, kann dann sanfter Fallen und mit dem Schwanz Feinde töten) und – ganz wichtig: von ihm so genannte “Äh-äh-ähs”, diese (meist grünen) Röhren, in die Super Mario zu versteckten Bonus-Levels abtaucht – beim Ab- und Auftauchen machen sie die typischen Geräusche: Äh-äh-äh (welches uns ebenfalls unendlich auf den Keks geht…)
Hier schöne Bilder aus unserer Super-Mario-Welt zu Hause:
Kostümierung:


(den Schwanz kann ich leider nicht zeigen, er war ja halbnackt, und dann krieg ich immer böse Mails, ich solle so was nicht öffentlich zeigen…)
Parcours:
LöööÖÖÖ:
Aus manchen “LööÖÖs” kommen nicht nur Münzen, sondern Sonder-Items:
Sooo viel gesammelt! Auf die Münzen sollte ich “48 Euro”, “7”, “1”, “40”, “8” und “0” schreiben. Wenn das nicht Unschooling ist ;) (Man beachte nämlich: 7+1 = 8 und 40 – 0 – 8 – 48! Er wollte garantiert diese Zahlen mal geschrieben sehen, schauen, was so beim Niederschreiben “passiert”, wenn man verschiedene “Teile” der Zahlen sagt. Reine Spekulation natürlich.)
Die Feinde:
Größer werden durch den Pilz (Geräusch: gulugulugulu!)
Einen GANZ GROSSEN Pilz sollte ich auch machen (gibt es im Spiel nicht). “Damit kann ich noch größer werden!”
Die Röhren (“Ein Äh-äh-äh!”):
Er hat heute den ganzen Tag damit gespielt. Bewundernswert war die Art, wie er mit der Zweidimensionalität der Basteleien umgegangen ist. Manchmal hat er die Dinger wieder abgeklebt, manchmal wieder dran gemacht, hat sich lauter Varianten vorgestellt und uns in die Äh-äh-ähs eingeladen, sich hinter abgeklebten Äh-äh-ähs versteckt, um das Abtauchen zu simulieren, und hat immer wieder mal weitere Items bei mir “bestellt”, den Parcours erweitert etc.
Er ist hier herumgehüpft wie noch nie (also schon wie immer, aber noch intensiver und länger ausdauernd) und war wie im siebten Himmel. Jetzt verstehe ich erst, warum er das so interessant fand (und ich immer “Kai-Luigi” (Spieler Nummer 2, wenn man zu zweit spielt) und er immer Mario war) und so häufig geguckt hat: Er wollte das selbst machen! Selbst hüpfen, sich drehen, rennen und lauter coole Aktionen machen. Und ich Doofi hab gedacht, er will unbedingt vor der Glotze (Youtube) “hängen”. Wär ich doch mal rausgegangen… vielleicht auf ein Trimm-dich-Pfad? Er hat sich hier Röhren gebaut und Stellen, worüber man hüpfen kann… eine kreativere Sportart kann ich mir nicht vorstellen ;) Und immerzu eeewig durchgehalten. Vorhin haben wir überlegt, ob er sich wohl für irgendeine Sportart genauso begeistern könnte. Hat jemand Ideen (außer Trimm-dich-Pfad, die hatte ich schon ;))?
Ich bin gespannt, wohin das führt und was das nächste ist (die letzten Phasen waren: Thomas-and-his-Friends-Eisenbahn, Modelleisenbahn, Raketen/Raketenbauen (Umzugskartons).
Noch ein Nebeneffekt: Als ich nach der Super-Mario-Melodie auf Youtube suchte, bin ich auf diverse Orchester- und Pianisten-Videos gestoßen, die das Theme spielen (wer Super Mario kennt, die Piano- oder Orchesterversion aber noch nicht kennt – klickt mal rein, ist echt cool!). Beim Pianisten war er beeindruckt: “Ich will das auch so spielen!” und nervte so lange rum, bis wir das Keyboard aufbauten, das wir seit dem Umzug (vergangenen Dezember) noch nicht aufgebaut hatten (ist ja noch nicht alles renoviert, wie man sieht, das Orange ist nicht von uns!). Prompt saßen beide Jungs (der Kleine, 1,5 Jahre hat hier natürlich bei allem mitgemacht, vor allem beim Abkleben ;)) vor dem “Klavier” und haben das Lied “gespielt”...
Sogar “die Buchstaben, wenn man verloren hat”, sollte ich schreiben:

;)
Hier werden derzeit “den ganzen Nachmittag Levels durchgespielt”, anfänglich sehr zu meiner Irritation. Bis ich dann erfuhr, dass dafür gar kein Computer erforderlich ist, vor dem stundenlang abgehangen wird, sondern lediglich ein Blatt Papier, Stifte und mindestens zwei Kinder.
Die malen sich dann anscheinend eine gruselige Welt, einen Spiele-Parcours, und der wird dann nach irgenwelchen mir völlig unverständlichen Regeln actionmäßig durchgespielt (mit zu gewinnenden/verlierenden Waffen, Leben, Schätzen..). Habe eben nochmals versucht, mir erklären zu lassen, wie sich das auf einem Blatt Papier spielen lässt – es bleibt mir ein Rätsel. Jedoch – egal, scheint total super zu sein, Sohnemann bekam bei meiner Nachfrage gleich wieder begeistert leuchtende Augen. Und das ganz analog ;-)
ich habe SuperMario mit 17/18 Jahren auf dem Gameboy einer Freundin im Schulunterricht unter der Bank gespielt. Zweidimensional, zweifarbig. Hat mir echt Spaß gemacht. Meine Unternehmungen nach der Schule waren mit Wegen durch die Stadt verbunden. Ich war zu Fuß und überquerte so manche dicht befahrene Straße mit einem Super-Mario-Gefühl. Ich war nicht leichtsinnig geworden, wie sich das vielleicht anhört; ich wusste ja, dass ich keine drei Leben habe (ist glaube Abiturwissen :)). Aber ja, das Aufregende hat mir in der Schulzeit gefehlt.
Fantastic! Thanks for sharing – my 6 year old is a huge Super Mario fan. He loved your Super Mario house.
Darcy (in Texas, from the Unschooling Basics list)
cooooool :)
.... und wenn supermario mal langweilig wird gibt es noch das “deutsche föderale Bildungssystem” im pac man style :-D
http://www.youtube.com/watch?v=2DB5GUiuISs
[...] Hause geschildert, in denen es darum geht, wie Super Mario im heimischen Wohnzimmer umgesetzt wird. Der erste Artikel schildert, wie auf Wunsch der Kinder, die Mario World im Wohnzimmer nachgebaut wird, damit der [...]